68. Haferkasten Hulsberg

 

Denkmalwertbegründung

Ein zweigeschossiger Haferkasten aus Eichenbohlen. Das untere Geschoß ist durch eine Segmentbogentür mit geschmiedeten Eisenbeschlägen erschlossen, das obere durch eine Treppe vor der Giebelseite. Das mit Hohlpfannen gedeckte Satteldach kragt hier über die Treppe und das Podest aus. Bei dem Haferkasten handelt es sich um einen solchen des Eckpfostentyps, welche offenbar auf ein relativ kleines Gebiet beschränkt waren. Der hier beschriebene Haferkasten zeigt den Eckpfostentyp sehr genau. Früher üblich und zu jedem Hof gehörig sind diese Bauwerke vielerorts schnell untergegangen, als die veränderte Wirtschafts- und Bevorratungsmethoden sie überflüssig machten. Neben der Bedeutung als Dokument bäuerlicher Wirtschaftsweise ist dieser Haferkasten auch als frühes Zeugnis der Zimmermannskunst anzusehen, die zwischen Fachwerkbau und Möbelschreinerei steht. 

 

Historisches

Als Speicher für Saatgut tauchten solche Kornkammern seit dem späten Mittelalter vor allem im Raum zwischen Halver und Schwelm auf. Haferkästen gabe es auf fast allen Bauernhöfen in heimischen Raum. Darin war das Getreide, das wertvollste Gut der Landwirte, gesondert vom Haupthof aufbewahrt.

Als "Mitgift" wurden manche Haferkästen über Generationen auf immer wieder anderen Gutshöfen aufgebaut. Oft prächtig bemalt und verziert, galten sie als ein Prunkstück des Eigentümers. Anders als übliche Wohngebäude hat man die Haferkästen auf Holz- oder Steinpfosten und Bohlen errichtet. Der sich jetzt in Lüdenshceid-Hulsberg befindliche Haferkasten hat in seiner Geschichte bereits mind. drei mal den Standort gewechselt.

Der Haferkasten stand bis 1985 in Halver Dahlhausen und ist nach seiner Umsetzung seitdem in Lüdenscheid Hulsberg beheimatet. Bei diesem Haferkasten handelt es sich um einen solchen des "Eckpfostentyps", welche offenbar auf ein relativ kleines Gebiet beschränkt waren. Der Kasten in Lüdensheid-Hulsberg zeigt diesen beschriebenen Typus ganz genau. Früher üblich un zu jedem Hof gehörig sind diese Bauwerke vielerorts schnell untergegangen, als die veränderten Wirschafts- und Bevorratungsmethoden sie überflüssig machten. Neben der Bedeutung als Dokument bäuerlicher Wirtschaftsweise isr dieser Haferkasten auch als frühes Zeugnis der Zimmermannskunst anzusehen, die zwischen Fachwerkbau und Möbelschreinerei steht.

Der Haferkasten steht in Privateigentum und seit dem 26. Januar 1988 unter der laufenden Nummer 68 in der Denkmalliste der Stadt Lüdenscheid verzeichnet.