61. Katholische Kirche St. Joseph und Medardus
Denkmalwertbegründung
Die Kirche wurde in den Jahren 1883 - 1885 von dem Paderborner Architekten Güldenpfennig errichtet, allerdings ohne Turm. Die Konsekration der Kirche erfolgte am 15.10.1891. Es handelt sich um eine neugotische Saalkirche mit Kreuzrippengewölben und einem zweischiffigen Querhaus samt Emporen, nebst Chorjoch und Chor im 5/8-Schluß und begleitenden Nadeltürmen. Die Taufkapelle befindet sich auf der Südostseite als Sechseck unter einem Zeltdach. Der Gesamtbau ist in Backstein mit Werksteinzier errichtet.
1924 bis 1927 wurde die Kirche erweitert. 1928 wurde der Turm mit Seitentürmen und unter einem Satteldach in expressionistischer Form unter Verwendung neugotischer Bauplastik als vollendende Ergänzung der Gesamtkirche fertig. Er zeigt in der Nachfolge der Backsteingotik des Ostseeraumes reiches Lisenenwerk. Die Medardusfigur über dem Portal ist eine Arbeit von Max Hartung, München, aus dem Jahr 19929. Aus derselben Zeit stammt der Kapellenanbau an der Südseite des Langhauses. Die Chorfenster zeigen in alten Farbverglasungen in der Mitte den Weltenrichter Christus mit den vier Evangelistensymbolen. Das Langhaus hat intakte Teppichmusterfenster. Außerdem sind St.Antonius von Padua, St.Klara, St.Joseph und St.Petrus sowie St.Paulus, St.Medardus, St.Bonifatius und St.Elisabeth dargestellt.
Im Zuge der Fertigstellung des Kirchturmes, der eine Höhe von 54,15 Metern hat, wurden in diesem auch 4 Glocken installiert. Die Weihe der Glocken wurde unter feierlich am 29.01.1927 und 22.07.1928 begangen. Zuletzt wurde Ostern 1928 der neu entstandene Kirchenraum der Kirche St. Joseph und Medardus geweiht.
Große Aufmerksamkeit wurde in der damaligen den Glocken der Kirche zuteil. So wurde die Ankunft der Glocken am Bahnhof in Lüdenscheid bis hin zur Weihe und Installation fotografisch festgehalten. Als Beispiel des Stellenwertes der Errichtung des Turmes und der Anbringung der neuen Glocken sehen Sie auf dieser Seite eine Postkarte aus der dem Jahr 1928, auf der die Daten und Inschriften der Glocken vermerkt. Allerdings sind die Glocken im Jahr 1942 im Zuge des zweiten Weltkrieges ein Opfer der Rüstungsindustrie geworden.
Hier sehen sie eine Ansicht des Kirchenbgebäudes aus dem Jahr 1901 noch ohne den Turmanbau und den in den 1920er Jahren durchgeführten Erweiterungsbauten. Die erste Messe in dieser neuen Kirche wurde Pfingsten 1885 durch den damaligen Pfarrer Meyer gelesen.
Die Daten des neuen Turmes der Kirche St. Joseph und Medardus als Postkarte
Die katholische Kirche St. Joseph und Medardus wurde am 14. November 1986 unter der laufenden Nummer 61 in die Denkmalliste der Stadt Lüdenscheid eingetragen.