48. Kirchplatz 17 / Graf-Engelbert-Platz 7
Denkmalwertbegründung
Das Gebäude ist Bestandteil desjenigen Teiles der Kirchplatzbebauung, der in der Zeit um die Jahrhundertwende die ursprünglichen Gebäude des 18. Jahrhunderts ersetzte. Das Haus wurde im Jahr 1895 für den Drogisten Ludwig Müller erbaut. Es steht mit seinen Fassaden zum Kirchplatz und zum Graf-Engelbert-Platz. Die Fassade zum Graf-Engelbert-Platz ist dreigeschossig ausgebildet. Im Erdgeschoß, das seit der Erbauung bis Mitte der 60er Jahre eine Drogerie beherbergte, befindet sich heute eine Gaststätte. Von dem ursprünglichen Erdgeschoßbereich sind heute noch zwei gußeiserne Säulen erhalten. Das Erdgeschoß ist vom ersten Obergeschoß durch ein kräftiges Gurtgesims mit einem Zahnschnittfries getrennt. Das erste und zweite Obergeschoß sind zu insgesamt vier Achsen ausgebildet, wobei die beiden Mittelachsen eine Doppelachse bilden. Diese Aufteilung wird durch die mit Dreieckgiebeln versehenen Dachgauben fortgesetzt. Die Mittelachse wird besonders betont durch die Dreieckvergiebelung der Fenster, in deren Giebelfeld sich eine Muschel befindet. Die Fenster des zweiten Obergeschosses sind nicht verbiebelt und gehen durch die auf die Konsolen des Kranzgesimses bezogenen stuckierten Fensterlisenen in das Dach über. Die Fassade zum Kirchplatz ist ebenfalls dreistöckig ausgebildet.
Das Erdgeschoß liegt sehr hoch auf einem in Quaderputz gehaltenen Sockel, das zweite Obergeschoß entspricht dem ausgebauten Dachgeschoß zum Graf-Engelbert-Platz. Das erste Obergeschoß erfährt eine Aufwertung durch eine flache Vergiebelung der Fenster und Ornamentik in den Brüstungsfeldern. Im Inneren des Gebäudes befinden sich vor allem im Eingangsbereich Stuckarbeiten, die das Gebäude aus der Masse der übrigen gleichartigen Gebäude herausheben. Unmittelbar hinter der Eingangstür führt eine kleine Treppe in den Flur des Erdgeschosses. Im Bereich dieser Treppe befinden sich rechts und links an den Wänden jeweils eine Stuckscheibe mit Putten. Die fünf Türen im Flur des Erdgeschosses sind mit reich stuckierten Architraven versehen. Auch die Decken des Flures sind reich stuckiert. In der heutigen Gaststätte, die ursprünglich als Drogerie benutzt wurde, befindet sich ebenfalls reicher Stuck.