151. Holtzbrinck-Denkmal
Denkmalwertbegründung
Das Denkmal steht heute nordöstlich der alten Versetraße, die an dieser Straße eine neue Wegeführung bekam, so dass das alte Straßenstück heute zu einem Parkplatz umgestaltet worden ist. Das hat den Vorteil, dass die ursprüngliche Situation erhalten wird. Am Wegesrand steht auf einem zweifach gestuften Basaltsockel eine obeliskförmige Stele, auf deren Vorderseite unter dem Bronzemedaillon mit dem Porträt Kaiser Wilhelms dem I. (heute nicht mehr vorhanden) folgende Inschrift eingelassen ist:
Der Provinz Westfalen, insbesondere dem Vorsitzenden Ihrer Wegebaukommission, Herrn Landrat a. D. und königlichen Kammerherrn Ludwig von Holtzbrinck. Das dankbare Versetal.
Geschaffen wurde die Stele von A. Erlentrop, einem Lüdenscheider Steinmetz. Gleichzeitig mit der Einweihung des Versedenkmals am 08.08.1885 wurden die beiden seitlichen Eichen gepflanzt, wie ein zeitgenössisches Foto belegt. Zudem weist ein Artikel in der Lüdenscheider Zeitung vom 12.08.1885 darauf hin, dass der Platz für das Denkmal mit Bedacht ausgewählt wurde: "In der Nähe von Augustenthal, unter einem mächtigen Eichenbaum, wo der Denkstein zur Erinnerung an den Bau der Versestraße und zu Ehren der Provinzial-Stände gesetzt wurde,..."
Die untere, im Sockel befindliche Schrifttafel wurde erst 12 Jahre später hinzugefügt. Zur Erinnerung an die Feier des 100-jährigen Geburtstages Wihlems des Großen im Versetal am 22. März 1897. Vermutlich angeregt durch das in der Stele befindliche Kaiser-Wilhelm I. Porträt.
Trotz des Verlustes des Porträtmedaillon, durch den der Denkmalwert zwr reduziert wird, aber nicht verloren geht, ist das Denkmal bedeutend für die Geschichte des märkischen Sauerlandes, hier besonders für die Geschichte des Verkehrswesens. Der Straßenbau trug dazu bei, dass die Industrie, die aufgrund der benötigen Wasserkraft teilweise oder sehr vereinzelt gelegen war, erschlossen wurde. So ist auch das Zitat aus dem Lüdenscheider Wochenblatt vom 11.08.1885 zu verstehen: Als ein solcher Markstein stellt sich auch der Bau der Versestraße dar, durch welche das Versetal dem Weltverkehr wieder erschlossen, dessen Industrie bei den immer steigenden Verkehrsbedürfnissen dem Verfall nahe gebrachtr worden ist.
Es handelt sich bei dem Straßenbau um ein frühe Form der Wirtschaftsförderung, denn v. Holtzbrinck erwähnte bei der Einweihung des Denkmals, dass die Straße die Wirtschaft des Versetals, die gänzlich zum Erliegen kam, neu beleben sollte. Zum Anderen hatte man gehofft in Hervel Steine abbauen zu können, was sich jedoch als Trugschluss herausstellte, so dass der der Versestraße nur ein Teilerfolg gewesen ist.
Historisches
Für die Erhaltung und Nutzung des Denkmals liegen wissenschaftliche, hier historische Gründe vor, da es ein wichtiger Beleg für ein historisches Ereignis ist. Weiterhin liegen künstlerische Gründe vor, da das Denkmal ein gutesd Beispiel für die Gestaltungsweise im aufgehenden 19. Jahrhundert ist.
Aus Anlass der Eröffnung der neu erstellten Versestraße wurde das Holtzbrinck-Denkmal am 08. August 1885 unter großen Feierlichkeiten eingeweiht. Wie aus zeitgenössischen Berichten ersichtlich ist, besitzt der Bau der Versestraße für die Region des Versetals eine besondere Bedeutung. So wurde im Rahmen der Eröffnungsfeierlichkeiten unter anderem auch von der "...Anbindung des Versetals an die Welt..." gesprochen.
Das Denkmal wurde durch die Bewohner des Versetals bei dem Lüdenscheider Bildhauer August Eilentrop in Auftrag gegeben und es wurde auch von diesem gefertigt. Es steht heute am Wegesrand auf einem zweifach gestuftem Basaltsockel, auf dem eine obeliskförmige Stele ruht. Ursprünglich war an Vorderseite der Stele ein Bronzemedaillon mit dem Porträt Kaiser Wilhelm I. angebracht. Dieses ist heute leider nicht mehr vorhanden.
Die ursprüngliche Bedeutung des Denkmals ist in erster Linie im Zusammenhang mit dem damaligen Straßenbau im Versetal zu sehen. Gewidmet ist das ursprüngliche Denkmal dem Landrat a. D. und königlichen Kammerherren Ludwig von Holtzbrinck.
Dieser war unter anderem von 1854 bis 1878 Landrat des damaligen Kreises Altena, zu dem die Stadt Lüdenscheid und die ehemalige Landgemeinde Lüdenscheid zu diesem Zeitpunkt zugehörig waren.
Das Holtzbrinck-Denkmal ist am 02. Juni 2003 unter der laufenden Nummer 151 in die Denkmalliste der Stadt Lüdenscheid eingetragen worden.