138. Alte Wache 1 (Knast)
Denkmalwertbegründung
Wachgebäude mit Arrestzellentrakt einer Kasernenanlage
Zu dem eingeschossigen Bruchsteinhaus (Wachgebäude) unter einem Satteldach gehören die in westlicher Richtung anschließenden eingeschossigen, in einem rechten Winkel angeordneten Flügelbauten auf Bruchsteinsockel mit verputztem Mauerwerk (ehem. Arrestgebäude) sowie der aus Bruchsteinen errichtete Fußgängertorbogen, der an die Ostseite des Wachgebäudes anschließt. Alle Gebäudeteile sind schiefergedeckt.
Das Wachgebäude mit seinen Anbauten ist ein wichtiger Bestandteil der Kaserne an der Buckesfelder Straße. Es handelt sich dabei um eine ehem. Flakkaserne, die, auf der Kuppe einer Anhöhe erbaut, weithin städtebaulich wirksam wird und die, über weite Strecken mit einer bruchsteinernen Einfriedung versehen, von der Buckesfelder Straße und der Richthofenstraße begrenzt wird. In ihrer Grundgestalt zeigt die am Hang liegende Kasernenanlage ungefähr die Form eines Dreiecks. Der Haupteingang mit dem Wachgebäude befindet sich in der unteren Spitze am Fuße des Hanges an der Buckesfelder Straße. Rechts der ansteigenden Straße innerhalb des Kasernengeländes reihen sich Offiziers-Ledigen-Heim, das Gebäude der Stabswache und der Stabsbatterie, links davon befindet sich das ehem. Krankenrevier. Das sich auf halber Höhe nun breit ausdehnende Kasernengelände wird auf der linken Seite von dem Gebäude der ehem. Scheinwerferbatterie mit dem hohen Flakturm und auf der rechten Seite durch das ehem. Exerzierhaus begrenzt. Die drei Eckgebäude, d.h. die Wache, der Flakturm und die Exerzierhalle, zeichnen sich durch die Verwendung von rustikalem Bruchsteinmauerwerk architektonisch aus.
Die Kasernenanlage ist ein Zeugnis der jüngeren deutschen Geschichte und Beleg für die starke Aufrüstung und Kriegsvorbereitung in den 30er Jahren. Darüber hinaus weist sie die Stadt Lüdenscheid als Militärstandort aus. Die Kaserne ist auch bedeutend für die Stadt Lüdenscheid selbst, weil sie, auf der Kuppe eines Hügels gelegen, städtebaulich stark in Erscheinung tritt und das Erscheinungsbild der Stadt prägt. Gerade dem ehem. Wachgebäude mit seinem anschließenden Arrestzellentrakt kommt in diesem Zusammenhang besondere Bedeutung zu, da dieser an dem Haupteingang/-einfahrt zu der Gesamtanlag gelegene Teil der Kaserne besonders hervorsticht.
Für die Erhaltung und Nutzung des Wachgebäudes einschl. Arrestzellentrakt liegen auch wissenschaftliche Gründe vor, weil es als Bestandteil der Kasernenanlage ein wichtiges Dokument nationalsozialistischer Architektur darstellt. An der Kaserne Buckesfeld ist die Entwicklungsgeschichte der Kasernenanlagen, insbes. der von Flakkasernen, festzumachen. Dies gilt besonders für die architektonisch hervorzuhebenden Eckgebäude, somit auch für das Wachgebäude.
Das Objekt wurde am 12. Juni 1997 unter der laufenden Nummer 138 in die Denkmalliste der Stadt Lüdenscheid eingetragen und steht heute in Privatbesitz.