Fairtrade Town

Lüdenscheid ist Fairtrade Town seit Juni 2020

Lüdenscheid wurde im Jahr 2020 erstmals als Fairtrade-Town ausgezeichnet und gehört damit zu den zahlreichen Kommunen in Deutschland, die sich verbindlich zu fairem Handel bekennen. Die Rezertifizierungen 2022 und 2024 dokumentieren, dass diese Aktivitäten fortgeführt, weiterentwickelt und erweitert wurden, sodass der Titel jeweils für weitere zwei Jahre verliehen werden konnte.

Herzstück des Fairtrade-Engagements ist eine Steuerungsgruppe, in der die Stadt Lüdenscheid, die Umweltberatung der Verbraucherzentrale NRW sowie der Lüdenscheider Weltladentreff e.V. eng zusammenarbeiten. Diese Partnerschaft bündelt Kompetenzen aus Verwaltung, Verbraucherberatung und Fairem Handel, um Informationsangebote, Bildungsaktionen und Kampagnen in der Stadt gemeinsam zu planen und umzusetzen.

Im Rahmen der Steuerungsgruppe werden regelmäßig Aktionen wie Informationsstände, Beteiligungen an der Fairen Woche, thematische Veranstaltungen und Kampagnen zu fairem Konsum durchgeführt. Dabei informieren die Kooperationspartner gemeinsam über die Bedeutung fair gehandelter Produkte und machen konkrete Angebote für Bürgerinnen und Bürger, Handel, Schulen und Vereine sichtbar.

 

Allgemeine Informationen

Fairer Handel auf der kommunalen Agenda: Seit 2009 verbindet die Fairtrade-Towns Kampagne erfolgreich Akteure aus Handel, Politik und Zivilgesellschaft, für das gemeinsame Ziel, den fairen Handel in ihrer Heimat voranzubringen. Ob im Rathaus, in der Kantine, im Weltladen, im Café, im Sportverein oder im Lebensmitteleinzelhandel - der faire Handel bietet viele Anknüpfungspunkte in unserer Stadt. 

 

Fairtrade Towns und die Agenda 2030 

Die Agenda 2030 wurde im September 2015 auf dem Nachhaltigkeitsgipfel der Vereinten Nationen in New York verabschiedet und gilt für alle Staaten der Welt. Kernstück der Agenda sind die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung, die Sustainable Developement Goals, kurz SDGs. Diese umfassen soziale, ökologische und ökonomische Dimensionen von Nachhaltigkeit. 

"Think global, act local" - dieser Leitspruch gilt nicht zuletzt für die SDGs. Denn das, was in Theorie auf UN-Ebene beschlossen wurde, müssen Städte und Gemeinden konkret vor Ort umsetzen. Die Kampagne Fairtrade-Towns leistet dazu einen wichtigen Beitrag und gibt dem Engagement der Kommunen einen Rahmen.

Fairer Handel und nachhaltiger Konsum sind wichtige Bestandteile von Nachhaltigkeit und so gibt es gleich acht Ziele, die Fairtrade mit seiner Arbeit konkret angeht. Die 17 SDGs sind jedoch untrennbar miteinander verbunden und bedingen sich gegenseitig. Für Fairtrade ebenso wie für die Kleinbauernfamilien in Ländern Afrikas, Asiens und Lateinamerikas sind daher alle Nachhaltigkeitsziele relevant.

 

 

Ziele von Fairtrade

Ziel von Fairtrade ist es, einen bedeutenden Entwicklungsbeitrag zu leisten und das Leben der an der Produktion beteiligten Menschen und Familien in den Anbauländern zu verbessern.

Dabei geht es um einen Prozess - einen Weg der Veränderung - in Zusammenarbeit mit allen Akteuren. Verschiedene Studien untermauern die positive Wirkung von Fairtrade - für zertifizierte Produzentenorganisationen, aber auch darüber hinaus für die Entwicklung ländlicher Gegenden. Natürlich kann Fairtrade komplexe Probleme marginalisierter Regionen nicht alleine lösen, aber als Teil einer breiteren Entwicklungsstrategie führt der faire Handel zu sozialen, wirtschaftlichen und ökonomischen Verbesserungen. 

Zahlreiche Studien von unabhängigen Instituten sowie auch das Monitoring-System von Fairtrade International belegen, dass der faire Handel zu institutionellen Vorteilen für Produzentinnen und Produzenten führt, eine höhere wirtschaftliche Stabilität ermöglicht und das Selbstvertrauen und die Würde von Kleinbauernfamilien und Beschäftigten auf Plantagen fördert. 

(Quelle: www.fairtrade-towns.de; www.fairtrade-deutschland.de)

 

Einbindung in die städtische Nachhaltigkeit

Das Engagement als Fairtrade-Town ist in Lüdenscheid Teil der kommunalen Nachhaltigkeits- und Klimaschutzstrategie und trägt zu globaler Verantwortung im Sinne der Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs) bei. Fairer Handel und bewusster Konsum werden dabei als wichtige Bausteine einer zukunftsfähigen Stadt verstanden, die sowohl lokale Akteure vernetzen als auch globale Lieferketten stärkt.

​Die integrierte Nachhaltigkeitsstrategie der Stadt Lüdenscheid, die von 2019 bis 2021 partizipativ erarbeitet wurde, bindet Fairtrade explizit in Handlungsfelder wie globale Verantwortung und nachhaltigen Konsum ein. Dadurch werden soziale, ökologische und ökonomische Dimensionen verknüpft, um bis 2030 kontinuierlich als Fairtrade-Town zertifiziert zu bleiben.