149. Selvebrunnen
Denkmalwertbegründung
Der Selve-Brunnen steht in städtebaulich wichtiger Lage vor dem ehem. Amtshaus der ehem. Gemeinde Lüdenscheid-Land. In seinem Brunnenbecken befindet sich die Weihinschrift:
Fritz Selve, Industrieller
geb. in Peddensiepen am 20. Januer1849
seit 1874 Bürger von Italien
widmete diesen Monumental-Brunnen
entworfen und angefertigt in Turin
seinem Wohnsitz
dem Amt Lüdenscheid
Der neubarocke Säulenbrunnen bestehend aus einem quadratischen Sockel mit ausgerundeten Ecken, eines ebenfalls quadratischen Beckens, einer quadratischen Brunnensäule mit Bronzereliefs, die das Landleben darstellen sowie Medaillons von Kaiser Wilhelm II. und seiner Gemahlin Auguste Viktoria aufweisen und einer übergroßen Plastik, die den Vater des Stifters und Gründer der Firma Basse und Selve als Schmied zeigt. Der Sitz der Firma wurde später nach Altena verlegt. Der Brunnen wurde 1910 im Zusammenhang mit dem Amtshaus eingeweiht, mit dem er durch die Lage und durch den neobarocken Stil eine Einheit bildet.
Der Selve-Brunnen ist bedeutend für die Geschichte des Menschen, hier für die Ortsgeschichte von Lüdenscheid, da er zum einen, in oben beschriebener, enger Beziehung zum Amtshaus (eingetragen als Denkmal am 07.07.1986) steht und zum anderen ein seltenes Beispiel für das Gedenken eines für Lüdenscheid wichtigen Industriellen bildet. Ähnlich wie in anderen Orten auf Kaiser- und Feldherrenbrunnen hat man hier einen für Lüdenscheid wichtigen industriellen inszeniert und zugleich ein Denkmal für einen der wichtigsten heimischen Industriezweige geschaffen. Für die Erhaltung und Nutzung liegen zudem städtebauliche Gründe vor, denn neben der inhaltlichen Nähe zum Amtshaus steht die gestalterische Ähnlichkeit. Der neobarocke Stil des Gebäudes wird durch den Brunnen nach außen auf den „Umraum“ weitergeführt. So betont der Brunnen den Eingang des Amtshauses und beherrscht ihn gleichzeitig, mit der bewusst ausgerichteten, mächtigen Säulenfigur den ursprünglichen Platz, welcher heute die Kreuzung Sauerfelder Straße – Freiherr-vom-Stein-Straße bildet.