147. jüdischer Friedhof "Am Ramsberg"
Die Friedhofsanlage befindet sich auf einem abschüssigen, längsrechteckigen Gelände, welches in Ost-West-Richtung ausgerichtet ist. Es wird durch eine zentrale Allee mit altem Baumbestand erschlossen. Die Gräber befinden sich links und rechts des Weges. Im nordöstlichen Bereich befindet sich eine Gruppe von Grabsteinen, welche 1955 von dem ehemaligen jüdischen Friedhof Knapper Straße/Lösenbacher Straße hierhin überführt wurden. In diesem Zusammenhang ist der Gedenkstein mit folgender Inschrift von Bedeutung:
Am 10 Aw im Jahre 5715 mussten die in der jüdischen Familiengrabstätte Lehnhoff an der Knapper Straße beerdigten aus technischen Gründen umgebettet werden. Die Wiederbeisetzung fand unter Aufsicht des Rabbiners Dr. Azaria der Synagogengemeinde Köln hier an dieser Stätte statt. Gott möge uns verzeihen. (Hbr.: Ihre Seele sei eingebunden in den Bund des Lebens. Lüdenscheid den 29. Juli 1955)
Der jüdische Friedhof „Am Ramsberg“ wurde 1887 eröffnet und am 15.September 1958 auf Wunsch der jüdischen Kultusgemeinde in Hagen durch eine Verfügung des Regierungspräsidenten in Arnsberg geschlossen. Das älteste auf einem Grabstein erkennbare Sterbedatum stammt aus dem Jahr 1853, das letzte erkennbare Sterbedatum ist der 30. Oktober 1940.
Der Friedhof ist bedeutend für die Geschichte des Menschen, hier vor allem für die Geschichte Lüdenscheids, da er zu den letzten noch verbliebenen Spuren der jüdischen Gemeinde in Lüdenscheid gehört.
Die Villa befindet sich in Privatbesitz und wurde am 31. Mai 1990 unter der laufenden Nummer 99 in die Denkmalliste der Stadt Lüdenscheid eingetragen.