Bäume und Hecken schneiden

Bäume und Hecken sind nicht nur ästhetisch wertvoll, sondern spielen auch eine zentrale Rolle für Klima und Artenvielfalt. Sie spenden Schatten, filtern Feinstaub, speichern CO₂ und wirken kühlend in der Stadt. Gleichzeitig bieten sie Lebensraum, Nahrung und Rückzugsorte für zahlreiche Tierarten wie Vögel, Insekten und Kleinsäuger. Der Schutz und die Pflege dieser Strukturen ist daher ein wichtiger Beitrag zum Natur- und Klimaschutz – auch ohne eine eigene Baumschutzsatzung in unserer Stadt.

Rechtliche Grundlagen für Schnittarbeiten

Nach dem Bundesnaturschutzgesetz (§ 39 BNatSchG) gilt:

  • Erlaubt ist der Rückschnitt von Bäumen, Hecken und Sträuchern nur in der Zeit vom 1. Oktober bis 28. Februar.
  • Verboten ist der starke Rückschnitt in der Zeit vom 1. März bis 30. September, da in dieser Zeit Brut- und Lebensstätten vieler Tiere geschützt werden.
  • Ein sogenannter Pflegeschnitt zur Beseitigung einzelner Zweige ist auch während der verbotenen Zeit erlaubt – allerdings nur in sehr geringem Umfang und ohne die Struktur oder den Lebensraum wesentlich zu beeinträchtigen.
     

Ausnahmen und Genehmigungen

Eine Ausnahmegenehmigung ist dann erforderlich, wenn ein stärkerer Rückschnitt oder die Fällung eines Baumes außerhalb der zugelassenen Zeiträume notwendig ist – zum Beispiel aus Gründen der Verkehrssicherheit. In solchen Fällen wenden Sie sich bitte rechtzeitig an die zuständige Naturschutzbehörde.

Wichtig: Unabhängig von der Jahreszeit darf kein Eingriff erfolgen, wenn dabei geschützte Tierarten (z. B. brütende Vögel, Fledermäuse) gestört oder verletzt würden. Der Artenschutz hat immer Vorrang.
 

Empfehlungen für heimische Hecken im Garten

Hecken prägen nicht nur das Stadtbild, sondern haben auch erhebliche ökologische Bedeutung. Wir empfehlen heimische Arten, die wertvolle Nahrung und Lebensräume für Tiere bieten:

  • Heimisch und biodiversitätsfördernd: Hainbuche, Feldahorn, Liguster, Hasel, Holunder, Schlehe, Weißdorn, Kornelkirsche.
  • Immergrüne heimische Alternativen: Eibe (mit Vorsicht, da giftig), Ilex (Stechpalme).
  • Stachelige, aber ökologisch wertvolle Hecken: Schlehe, Weißdorn, Wildrosen – sie bieten Nistplätze und Schutzräume.

Von nicht-heimischen und ökologisch problematischen Arten wie Kirschlorbeer oder Thuja raten wir ausdrücklich ab. Diese Pflanzen sind ökologisch wenig wertvoll, verdrängen heimische Arten und bieten kaum Lebensraum für Tiere.