Rathaus-Tunnel: Straßen.NRW legt Zeitplan für Sanierung vor

Die Sanierung des Rathaus-Tunnels soll idealerweise im April 2028 abgeschlossen werden. Das geht aus einem Sachstandsbericht hervor, den der Landesbetrieb Straßen.NRW für die Ratssitzung am Montag, 23. Februar, vorgelegt hat.

Kurzer Rückblick: Im November 2024 wurde die Erneuerung der südlichen Tunnelröhre beendet – nach sechs Jahren und mehreren Verzögerungen. Vor allem die fachgerechte Entsorgung asbesthaltigen Materials erwies sich dabei als enormer Zeitfresser. In der Nordröhre hingegen ist das Thema laut Straßen.NRW bereits abgehakt: Ende Oktober 2025 habe eine Messung die erfolgreiche und rückstandsfreie Asbestsanierung der zweiten Tunnelhälfte bestätigt. Damit sei der erste Schritt der Sanierungsphase gelungen, die inzwischen seit genau einem Jahr laufe – und voraussichtlich im Sommer 2027 abgeschlossen werden soll.

Aktuell würden der Oberbau und die Gehwege zurückgebaut, was im März dieses Jahres erledigt sein soll. Danach geht es laut Bericht mit der Wiederherstellung der Betondeckung an der Tunneldecke weiter. Voraussichtliche Dauer: vier Monate. Vom Sommer bis Frühjahr 2027 stünden bauliche Brandschutzmaßnahmen an, ehe Tiefbau- und Entwässerungsarbeiten folgen. Den letzten Schritt der Sanierungsphase bildeten neben der Erneuerung des Fahrbahnoberbaus die Instandsetzung der Stützwände und Geländer.

In der zweiten Phase geht es um die technische Ausstattung für den Betrieb der Nordröhre: „die gesamte Beleuchtung, Kabeltrassen, Funk- und Verekhrstechnik sowie die Montage von Brandschutztüren und der Steuerungstechnik“, erläutert Straßen.NRW. Diese Arbeiten sollen im Sommer 2027 beginnen und um Frühjahr 2028 abgeschlossen werden.

“Vorläufiger Zeitenplan” und “Risikofaktoren”

Bliebe noch die dritte und letzte Phase, für die der Startschuss im Herbst 2027 fallen solle. Zunächst seien Funktionstests und Personalschulungen vorgesehen. „Mit der planmäßigen Sachverständigenabnahme und dem anschließenden Rückbau der Verkehrsführung im April 2028 wird das Projekt offiziell beendet“, heißt es in dem Bericht des Landesbetriebes.

Soweit die Theorie. Bei Straßen.NRW ist nämlich von einem „vorläufigen Zeitenplan“ die Rede – und von „Risikofaktoren“, die zu neuerlichen Verzögerungen führen könnten. Konkret genannt werden schlechtes Wetter, Streiks, Ausfalltage und Materialengpässe. Abschließender Hinweis der Landesbehörde: Die mit den Arbeiten beauftragte Fachfirma sei „für die Ausführung der Bauleistung gemäß Vertrag“ zuständig.

Bürgermeister Wagemeyer kritisiert Straßen.NRW

Dass Straßen.NRW nun einen Ablaufplan vorgelegt habe, sei zwar zu begrüßen, sagt Bürgermeister Sebastian Wagemeyer. Der Ausblick darauf, dass sich die Fertigstellung der Sanierungsarbeiten nun doch bis ins Jahr 2028 zieht, sei allerdings „eine große Enttäuschung für uns alle hier in Lüdenscheid, weil wir seit Jahren immer wieder vertröstet werden und große Umwege in Kauf nehmen müssen“. Für Wagemeyer „kann und darf es nicht sein, dass eine derart wichtige Verkehrsverbindung so lange gesperrt“ sei. 

Das Stadtoberhaupt nimmt Straßen.NRW in die Pflicht, „alles dafür zu tun, dass wenigstens der neue Zeitplan jetzt mal eingehalten wird und wir hier regelmäßig auf dem Laufenden gehalten werden“. Ursprünglich sollte die Sanierung der zweiten Tunnelröhre Ende dieses Jahres abgeschlossen sein.

Lüdenscheid, 26. Februar 2026

Blick auf den Rathaus-Tunnel von der Sauerfeld-Seite aus.
Durch den Rathaus-Tunnel geht es nur vom Sauerfeld zur Altenaer Straße. In Gegenrichtung bleibt das Bauwerk vermutlich noch bis April 2028 gesperrt. Foto: Sven Helmig