Galerie der
Stadt Lüdenscheid
ERNST GEITLINGER (1895-1972)
Figur und Zeichen
10.07.-11.10.2026
Eröffnung: Freitag, 10.07.2026, 19 Uhr
Mit der Präsentation von Arbeiten des 1895 in Frankfurt/M. geborenen Malers Ernst Geitlinger widmet sich die Städtische Galerie Lüdenscheid einer Position des künstlerischen Aufbruchs der Nachkriegszeit.
Ebenso wie die Mitglieder der 1948 gegründeten Künstlergruppe junger westen im Ruhrgebiet verfolgte auch Geitlinger in München eine zunehmend abstrahierende Formensprache, die ganz im Zeichen des kulturellen Wiederaufbaus und der freien künstlerischen Entfaltung stand - jenseits doktrinär einschränkender Kunstauffassungen.
Im Dialog mit Werken aus der Sammlung der Städtischen Galerie und der Kunststiftung Lüdenscheid, die in der Tradition der Konkreten Kunst stehen, wird der individuelle künstlerische Weg Geitlingers deutlich.
Geitlinger kehrte 1922 nach längerem Aufenthalt und Studium an der Academy of Design in New York nach Deutschland zurück und studierte an der Münchner Akademie der Bildenden Künste Malerei bei Karl Caspar (1879-1956). In der Zeit des Nationalsozialismus galten seine Malerei wie auch die seines Lehrers als „entartet“.
Bereits 1946 war Geitlinger Mitbegründer der Künstlervereinigung Neue Gruppe in München und vertrat zwei Jahre später Deutschland auf der Biennale in Venedig. Von 1952 bis 1965 hatte er eine Professur für Malerei und Grafik an der Akademie der Bildenden Künste München inne und wirkte hier als Identifikationsfigur für den experimentell-abstrakten Aufbruch nach 1945. Er starb 1972 in Seeshaupt am Starnberger See.
Neben den Arbeiten Geitlingers sind Werke von Fujo Akai, Bernd Damke, Walter Dexel, Axel Dick, Winfred Gaul, Rupprecht Geiger, Werner Glörfeld, Hannes Grosse, Georg Karl Pfahler, Lothar Quinte, Jürgen Reipka, Heinrich Siepmann, Jesús Rafael Soto und Helmut Sundhaußen zu sehen.
Die Ausstellung entstand in Kooperation mit Kümmel.Gallery und dem Edwin Scharff Museum / Städtische Sammlungen Neu-Ulm.