Konzept und Versuch zur Entwicklung der Knapper Straße

Wie lässt sich die Erreichbarkeit der Knapper Straße für alle verbessern? Und wie lässt sich die Aufenthaltsqualität entlang der Wohn- und Geschäftsstraße erhöhen? Antworten auf diese Fragen soll ein Konzept zur Verkehrsberuhigung liefern, das mehrere Fachdienste der Stadt Lüdenscheid gemeinsam mit mehreren heimischen Akteuren entwickeln. Abschließend ist ein Verkehrs-versuch vorgesehen, mit dem die Ideen auf ihre Alltagstauglichkeit getestet werden sollen.

Das Vorhaben wird in der Öffentlichkeit immer mal wieder hitzig diskutiert und kritisiert, obwohl bislang noch keine Entscheidungen getroffen worden sind. Bis konkrete Beschlüsse gefasst werden können, wird es auch noch einige Zeit dauern. Weil es sich um einen langwierigen und durchaus komplexen Prozess handelt. Und: Am Ende liegt die Entscheidung bei der Politik. Eine immer wieder geäußerte Befürchtung allerdings lässt sich schon jetzt aus der Welt schaffen: Es ging und geht nicht darum, den motorisierten Verkehr komplett aus der Knapper Straße zu verbannen.

Allerdings könnte es eine Option sein, den Durchgangsverkehr zu reduzieren oder Flächen für Außengastronomie bereitzustellen. Es geht damit auch um Ladezonen, Parkflächen und die Erreichbarkeit der Innenstadt mit Bus und Rad. Die große Zielsetzung dabei: Die Erreichbarkeit soll für alle Interessengruppen gegeben sein.

Akteure vertreten Interessen von Händlern und Gastronomen

Das schließt auch die Geschäftstreibenden und Gastronomen ein. Die fürchten angesichts der Änderungen, Kunden zu verlieren. Eine Sorge, die nachvollziehbar ist. Aber: Studien zeigen, dass nicht der Verkehr, sondern eine verbesserte Aufenthaltsqualität eine Einkaufsstraße attraktiv macht und mehr Kunden anlockt. 

In diesem Zusammenhang verwiest die Stadt Lüdenscheid auch darauf, dass gleich mehrere Akteure aktiv die Interessen der Einzelhändler und Gastronomen vertreten sollen, darunter der aus solchen bestehende Verein „WIR für Lüdenscheid“. Auch der Verein „Wirtschaft Kreis Lüdenscheid“ (WKL), das Zukunftsnetz Mobilität NRW (ZNM), der Ortsverband des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) und diverse Interessenverbände sowie die Lüdenscheider Stadtmarketing GmbH sollen mit am Tisch sitzen. Hinzu kommen weitere städtische Fachdienste und Stabsstellen, die unter anderem für die Themen Demografie, Innenstadt-Management und Klimaschutz zuständig sind. 

Detaillierte Analysen des Verkehrs

Das wird in einem zweiten Schritt passieren. Aktuell läuft noch der erste, der unter anderem Bestandaufnahmen beinhaltet sowie detaillierte Analysen des Individualverkehrs und zur Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel. Dazu gehört die Erhebung und Auswertung von Daten ebenso wie die aktive Einbindung der Fachdienste Bauleitplanung und Städtebau sowie Umweltschutz und Freiraum, denn: Es geht eben nicht nur um das Thema Verkehr. Es geht auch um die Frage, was mittel- und langfristig in städtebaulicher Hinsicht mit der Knapper Straße passieren und wie sich dieser städtische Raum entwickeln soll. Ein komplexes Unterfangen.

Bleibt die Frage nach dem Zeitplan. Vier Arbeitsschritte sollen voraussichtlich in diesem Jahr gemacht werden: der Entwurf eines Zielszenarios zur Verkehrsberuhigung, über das die Politik entscheiden wird; die Abstimmung sämtlicher Akteure zur Vorbereitung eines Verkehrsversuchs; dessen Konzeptionierung; und schließlich die Visualisierung des Konzepts.

Auf dieser Basis folgt schließlich – als fünfter und letzter Schritt – der Verkehrsversuch für die Knapper Straße, der über mehrere Wochen laufen soll und anschließend detailliert ausgewertet wird. Die Stadtverwaltung überlegt und testet also gemeinsam mit allen Akteuren, wie die Knapper Straße zukünftig aussehen und attraktiver werden kann.

Eines von fünf Leitprojekten des Mobilitätskonzeptes

Die Verkehrsberuhigung der zentralen Wohn- und Einkaufsstraße ist eines von insgesamt fünf Leitprojekten des Mobilitätskonzeptes für Lüdenscheid, das im Sommer 2025 beschlossen wurde. Die vier weiteren Projekte:

  • die Schaffung einer Nord-Süd-Verbindung für Radfahrer

  • Parkraum-Management: „Außen stehen, Innen gehen“

  • ein dynamisches und digitales Parkleitsystem

  • Schülerverkehr

    Lüdenscheid, 22. Januar 2026

Blick auf die Knapper Straße. Neben der Fahrbahn sind auf beiden Seiten Fahrzeuge abgestellt.
Wie sieht die Zukunft der Knapper Straße aus? Antworten auf diese Frage soll ein Konzept liefern, das die Stadtverwaltung zusammen mit heimischen Akteuren entwickelt. Foto: Sven Helmig