Im Mittelpunkt seiner künstlerischen Arbeit steht die Zeichnung, ein eher ‚stilles‘, intimes Medium. „Wir sollten weniger sprechen und mehr zeichnen“, forderte bereits Johann Wolfgang von Goethe (Gespräche, mit Johann Daniel Falk 1809) Die Zeichnung ist nicht nur eine Kunstgattung, sondern ein Instrument des Denkens, Fühlens und Begreifens.
Liedtke bevorzugt das Zeichnen mit Graphit auf Papier. Beides wählt er mit großer Sorgfalt aus, den Härtegrad des Graphitstifts ebenso wie die Sorte und Stärke des Bildträ-gers, des Papiers. Der Graphitstift liefert einen präzisen Strich, er ist ideal für Details, Konturen und feine Texturen, und ermöglicht eine sehr hohe Strich-Präzision, die den Arbeiten Edens zu eigen ist. So lässt er die Linie sanft gleitend Umrisse formen, Figuren entstehen. Im Miteinander, Gegenüber ergeben sich Beziehungen. Sprechend gesetzte Details und sparsam gewählte räumliche Verortungen lassen die gedankliche Szenerie konkreter werden ohne in einen erzählenden Modus zu verfallen. Wir dürfen teilhaben an traumähnlichen Bildern, deren „bittersüße Ambivalenz“, wie es Elisa Mosch in ihrem einführenden Text zur Publikation „Alles wird gut, kleine Hexe“ formulierte, geradezu ‚unter die Haut geht‘.
Die Zeichnungen Eden Liedtkes erzählen Geschichten zwischen Kindheit und Erwachsensein, zwischen Intimität und gesellschaftlicher Konfrontation und dies stets mit einer feinen Balance aus Sanftheit und Schärfe.
Der Eintritt zur Ausstellung ist frei. Die Führungsgebühr beträgt drei Euro.