Stadtgarten: Rat gibt grünes Licht für Konzept

Der Pumptrack und das Kleinspielfeld haben bereits zu einer sichtbaren Belebung und Aufwertung des Stadtgartens geführt. Die nächsten Schritte zur Neugestaltung des Parks stehen jetzt auch fest: In einem Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzept (ISEK) listet die Stadtverwaltung acht Einzelmaßnahmen auf, die allesamt mit bis zu 80 Prozent förderfähig sind. Mit einem einstimmigen Beschluss hat der Rat am Montag, 12. Oktober, grünes Licht für das Konzept und die Beantragung finanzieller Mittel aus der Städtebauförderung gegeben.

Eigentlich arbeitet die Stadtverwaltung ein Konzept zur Weiterentwicklung gleich mehrerer zentraler Bereiche der Innenstadt aus. Dazu zählen die Knapper Straße, die Parkpalette Turmstraße, das Adler-Gebäude am Rosengarten, das Forum und das P&C-Gebäude am Sternplatz sowie das Kulturhaus und das dazugehörige Umfeld. Weil sich kurzfristig die Gelegenheit ergab, schon in diesem Jahr einen Förderantrag bei der Bezirksregierung Arnsberg zu stellen, erstellte die Verwaltung zunächst ein Konzept für den Stadtgarten. Das baut auf bereits bestehenden Planungen auf und berücksichtigt die Förderrichtlinien.

„Ziel ist es, den Stadtgarten zu einem lebendigen, klimaangepassten und generationenübergreifend nutzbaren Freiraum zu entwickeln“, wird in dem Konzept erklärt. Entstehen soll eine „attraktive, multifunktionale Grün- und Freifläche“, die „die Aufenthaltsqualität nachhaltig verbessert und die Vernetzung mit der Altstadt sowie dem Kulturhaus“ optimiert. Acht Maßnahmen sind dafür vorgesehen, die in den Jahren 2027 bis 2029 umgesetzt werden sollen:

  1. Haus der Vereine: Die Immobilie soll zu einem festen Anlaufpunkt für Kinder- und Jugendarbeit, Jugendsozialarbeit (Streetwork), Jugendkultur, Beteiligung und Familienhilfe werden. Zum städtischen Jugendamt gehörende Fachdienste und der Stadtjugendring Lüdenscheid sollen dort Büros beziehen. Außerdem sollen Räume für andere Angebote zur Verfügung stehen.

  2. Wegeverbindungen: Der Stadtgarten verbindet Sauerfeld, Alt- und Innenstadt, Staberg, kulturelle Einrichtungen und ÖPNV-Knotenpunkte. Daher soll hier ein „gut ausgebautes, barrierefreies und einladendes Fußwegenetz“ entstehen.

  3. Kulturterrasse: An die Gastronomie des Kulturhauses grenzt ein gepflasterter Außenbereich, der „künftig als Ort zum Sitzen und Verweilen“ dienen soll. Besucher sollen selbst entscheiden, ob sie Essen und Getränke vor Ort bestellen oder mitbringen.

  4. Wasserspiel: Im Mittelpunkt des Stadtgartens sind ein Fontänenplatz, aus dem Wasser spritzt und sprudelt, sowie ein Trinkbrunnen vorgesehen. Auch Sitzgelegenheiten sind geplant.

  5. Licht: Die Erneuerung der Beleuchtung soll Orientierung, Sicherheit und Aufenthaltsqualität verbessern – und sowohl funktional und energieeffizient als auch „gestalterisch angemessen“ ausfallen. Dabei wird der konzeptionelle Ansatz des Lichtkonzepts für die Innenstadt berücksichtigt, das aktuell ausgearbeitet wird.

  6. Erholungsbereich: Der Grünstreifen, auf dem sich aktuell die Kunstobjekte befinden, soll mit Sitzgelegenheiten und Blumenbeeten ausgestattet werden.

  7. Aktivfläche: In direkter Nachbarschaft zu Pumptrack und Kleinspielfeld sind eine Tischtennisplatte, Geräte für ein „Street Workout“ und eine Box mit Sportgeräten geplant, die per App ausgeliehen werden können.

  8. Spiellandschaft: Zwischen dem Außenbereich des Kulturhauses und dem Pumptrack soll ein Spielplatz für Kleinkinder mit Sonnensegel entstehen. Die Planungen sehen auch ein Großschachfeld vor.

Die Aspekte Barrierefreiheit, Nachhaltigkeit und Klimaanpassung werden bei allen Einzelmaßnahmen berücksichtigt.

Die geschätzten Gesamtkosten belaufen sich auf rund 3,66 Millionen Euro brutto. Bei einer erwarteten Förderung von 80 Prozent der Kosten aus der Städtebauförderung damit rund 730.000 Euro, die die Stadt Lüdenscheid selbst aufbringen müsste. 

Lüdenscheid, 14. Oktober 2026

Kinder und Jugendliche befahren den Pumptrack im Stadtgarten mit Fahrrädern und Scootern.
Der Pumptrack im Stadtgarten erfreut sich bei Kindern und Jugendlichen großer Beliebtheit. Foto: Steven Schulte-Lippern