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Lüdenscheider Gespräche

Todestango? Wie eine angebliche Komposition zur Legende wurde

Vortrag: Dr. Dirk Dietz, Frankfurt am Main
Moderation: Dr. Dennis Möbus, FernUniversität in Hagen

Der „Todestango“ gehört zu den bekanntesten und rätselhaftesten Kompositionen, die in Konzentrations- und Vernichtungslagern der SS entstanden sein sollen. Der Legende nach war er das meistgespielte Stück im Zwangsarbeits- und Vernichtungslager Janowska (heute Ukraine). Obwohl nie Noten gefunden wurden und bis heute kein Nachweis existiert, gilt er vielen als Tatsache.
Der Historiker (und Tangotänzer) Dr. Dirk E. Dietz hat auf Basis eines breiten Quellenstudiums nachgewiesen, dass es einen „Todestango“ als spezielle Komposition im Janowska-Lager nie gab. Auch in den Erinnerungen Überlebender finden sich hierzu keine authentischen Spuren. Wie war es dennoch möglich, dass die Legende vom Todestango entstehen, sich verbreiten und verfestigen konnte? Dirk E. Dietz fragt in seinem Vortrag nicht nur nach dem Ursprung der Legende, er zeigt auch, wie die Legende in die „Erinnerung“ eindrang, weitergetragen wurde und sich schließlich zur Tatsache verfestigte.
Dirk E. Dietz hat vor kurzem das Buch Der Todestango. Ursprung und Entstehung einer Legende (Transcript-Verlag) veröffentlicht.

Dirk Dietz, geboren in Hamburg, studierte Sozialwissenschaften und Volkswirtschaft in Hamburg und Bremen. Nach dem Studium begann er eine journalistische Ausbildung bei einer Lokalzeitung in Stade (a. d. Elbe). Seit 1990 lebt er in Frankfurt a. M. Im Herbst 2020 nahm er das Studium der Geschichte an der Fernuniversität Hagen auf.


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