Wichtigste Daten im Überblick

  • Der damalige Leiter der Fortbildungsschulen Lüdenscheids, Ratsherr August Adamy, ruft mit einem Artikel im Lüdenscheider Wochenblatt zu einer Versammlung auf. Zweck der Versammlung: Gründung einer Bibliothek für die Stadt Lüdenscheid und ihre Fortbildungsschule
  • In der Sitzung wird ein Ausschuss gewählt, der sich aus allen Ständen zusammensetzen sollte, eine Satzung für die Bibliothek entwirft und die Eröffnung der Bibliothek in Lüdenscheid vorantreibt
  • 10. Mai 1857- Gründung der Volksbibliothek durch Privatleute: Der Startbestand umfasste 350 Bände welche zusammen mit 90 Talern und 20 Silbergroschen Startkapital gespendet wurden

Mehrere Umzüge:

  • 1857: Einzug in die Nordschule (Standort an der heutigen Parkpalette Corneliusstraße)
  • kurz darauf: Stadtverordneten-Sitzungssaal, später Schmidtscher Saal (Berliner Hof)
  • 1875: Kellergeschoss (Aula) der Mädchenschule an der Corneliusstraße. Dort ist es feucht, und die Bücher schimmeln.
  • 1878: Lokal von Gessler (Jägerhof). Die Stadtverwaltung wird gebeten, die Miete zu übernehmen
  • 1892: Umzug in die neugebaute Mädchenschule am Sauerfeld
  • 1899: Mitbenutzung des Büchereisaals durch die höhere Töchterschule
  • 1900: Umzug in das Spritzenhaus. Dem Spritzenhaus wurde ein Obergeschoss „aufgesattelt“ in dieses zieht die Bücherei

Ab 1900

  • 1907: Zum 50. Jubiläum der Volksbücherei, wird die Lesehalle in der Volksbücherei eröffnet (diese bleibt bis 1919 bestehen, dann wird sie aus finanziellen Gründen eingestellt)
  • 1920: Die Volksbücherei geht offiziell in den Bestand der Stadt über
  • 1922: Die 1912 eröffnete Zweigstelle an der Knapper Schule wird  aufgegeben
  • 1923: Mit rapider Entwertung der Mark, werden die Bibliotheksgebühren anhand von Postgebühren für einen Fernbrief berechnet. Die Bücherei muss daraufhin ihre Öffnungszeiten reduzieren, um Licht und Heizung zu sparen

Die Stadtbücherei zur Zeit des Nationalsozialismus

  • 1933: Aus politischen Gründen scheiden aus dem Vorstand aus: Grete Kugel, Artur Scheerer, Walter Deiß, August Völkel, Helene Molitor und aus dem Büchereiausschuß: Wilhelm Kattwinkel, Heinrich Knepper
  • 1936: Rektor Diemer,der bis zum 16.5.1933 der Freimaurerloge angehörte, legt sein Amt als Leiter der Städtischen Volksbücherei auf Wunsch des Oberbürgermeisters am 28.9.1936 nieder.
    Magistratsrat Willy Zuncke wird in der Folge Leiter der Bücherei und übt dieses Amt bis 1945 aus.
  • 1933: Die Arbeit der Bücherei wird von Zensur bestimmt. „Säuberung“ der Bestände nach den „Schwarzen Listen“ von Berlin und der Beratungsstelle in Hagen. 0,9 % von ca. 15000 Büchern wurden aussortiert. (=150 Bücher)Die Bibliothek der NSDAP wurde übernommen (200 Bände)
  • 24. Januar 1935: 111 Bände werden aus der Gewerkschaftsbücherei an den Arbeitsdienst Bierbaum abgegeben, die übrigen ausgeschiedenen (ca. 700) werden verbrannt (Insgesamt werden durch die „Säuberung“ 1881 Bände aus dem Bestand entfernt)
  • 1937: Die Stadtbücherei zieht ins Spritzenhaus in der Corneliusstraße um
  • 1937: Ein Abkommen zwischen Bücherei und Hitlerjugend wird geschlossen: Die Volksbücherei stellt Bücher für Heimatabende, Lesergemeinschaft der Hitlerjugend und für Märchenstunden zur Verfügung.
  • 1938: Eine Buchwoche „Das Buch, ein Kraftquell der Nation“ wird veranstaltet und weitere Ausstellungen zu Gedenktagen (Geburtstage von NS-Politikern) und politischen Ereignissen (Machtübernahmen) Die Anzahl der Leser reduziert sich in dieser Zeit um fast 50 Prozent
  • 1941: Die Beschaffung von neuen Büchern wird nicht nur aufgrund der totalitären Vorgaben, sondern auch aufgrund der allgemeinen Verknappung des Buchverkaufs durch Buchhandlungen und Verlage weiter erschwert. (Krieg)
  • 1942: Es wird wiederum eine Buchwoche veranstaltet: „Der Krieg“

Ende des Krieges und Entnazifizierung der Volksbücherei

  • Eine beim Kulturamt angesiedelte Kommission alle Bücher prüfen und die „sauberen“ mit einem Stempel versehen
  • 1039 Bände werden im Rahmen der Entnazifizierung der Militärregierung übergeben, 1044 werden „zur Disposition gestellt“
  • 21. Dezember 1945: Die Bücherei wird neu eröffnet Die Lesestube wird vom Wirtschaftsamt für die Markenausgabe genutzt (Lebensmittelmarken)
  • 6. Mai 1946: Die Lesestube wird wieder geöffnet
  • 1945 – 1948: Buchbeschaffung bleibt schwierig

Ab 1950

  • 1950: Die Bücherei erhält 200 englische Bücher von der „Brücke“, dem „British Information Centre“ in Dortmund. Diese werden in einer Freihandbücherei kostenlos an die Leser ausgeliehen. Das British Information Centre verfolgt damit das Ziel der „Reeducation“
  • 1951: Die Stadtbücherei wird dem deutschen Leihverkehr angeschlossen und es werden Renovierungsarbeiten durchgeführt: Ausleihe und Lesestube werden neu gestrichen, die Lesestube erhält neue Leuchten
  • 1957: Im Jahr ihres 100. Bestehens wird die Bücherei von einer Thekenbücherei zu einer Freihandbücherei
  • 1965: Die Nutzung der Bücherei wird gebührenfrei
  • 1969: Die 8 kleinen Büchereien des früheren Amtes Lüdenscheid (also des Umlandes) kommen mit der kommunalen Neugliederung in städtischen Besitz und werden als Außenstellen der Stadtbücherei geführt. Tatsächlich finden sich im Magazin der Stadtbücherei noch heute Bücher (mit Stempeln) der Außenstellen:
  • Ahelle
  • Augustenthal
  • Brügge
  • Gevelndorf
  • Lösenbach
  • Rathmecke
  • Spormecke
  • Winkhausen

Ab 1970

  • 1973: Die Bestände der Stadtbücherei wachsen. Die Räume der Kunstgemeinde und der Glatzer Sammlung, die ebenfalls im Stadthaus untergebracht waren, werden für die Bücherei frei. Trotzdem wird mit der Zeit der Raum knapp
  • 1976: Die neuen Zweigstellen erweisen sich als äußerst kostspielige Zusatzaufgabe. Daher wird noch ein gemeinsamer Austauschbestand für alle acht Stellen geführt
  • 1976: Die Mediothek auf dem Rathausplatz wird eröffnet: Eine Zweigstelle, mit der die Bestände um Nonbooks erweitert wird. Schallplatten, Kassetten, Spiele, Noten und die Kinder- und Jugendbücherei sind in dem Pavillon auf dem Rathausplatz untergebracht. Sie ist insgesamt 28,5 Stunden an 6 Tagen in der Woche geöffnet
  • 1979: Die Fahrbücherei des Märkischen Kreises versorgt die Ortsteile der Außenstellen, die Außenstellen werden aufgelöst.In einem weiteren Pavillon auf dem Rathausplatz wird die Artothek eröffnet
  • 1981: Einzig die Zweigstelle Brügge „überlebt“ und wird erneuert und vergrößert. Geöffnet ist sie danach insgesamt 16 Stunden an 3 Tagen in der Woche. Sie ist bis 2002 in Betrieb, dann wird sie aus Kostengründen geschlossen
  • 1982: Die Stadtbücherei Lüdenscheid ist die größte Öffentliche Bibliothek im Märkischen Kreis mit 81.127 Medien

Die Stadtbücherei wird umgebaut

  • 1984: Die Planungsphase des Bücherei-Umbaus beginnt
  • 1987: Die Stadtbücherei zieht in ihr Ausweichquartier im Untergeschoss des Gothaer Hauses
  • Mit dem Einzug der Bücherei in das renovierte Gebäude wird die Mediothek auf dem Rathausplatz geschlossen: Die Kinder- und Jugendbücherei zieht ins Erdgeschoss des Neubaus, eine Musikbücherei bezieht, fachlich von einer Musikbibliothekarin geleitet, das Untergeschoss. Mit den neuen Räumen erweitert die Stadtbücherei auch ihr Angebot: die alten Vinylplatten sind abgeschafft, ab sofort kann man CDs und Videos ausleihen. Für Textverarbeitung steht den Kunden erstmals ein PC zur Verfügung
  • 23. November 1989: Die neue Bücherei wird mit einem großen Festakt eröffnet

1990 bis heute

  • 1996: Der erste Internet-PC für Bibliotheksbesucher wird angeboten
  • 1997: Die Zettelkataloge in der Stadtbücherei werden von Online-Katalogen abgelöst
  • 1999: Es werden Spielfilme auf DVD in den Bestand aufgenommen
  • 2006: Der Katalog der Stadtbücherei Online wird über das Internet verfügbar. Recherchen, Medienverlängerungen und Vorbestellungen können nun von zuhause aus durchgeführt werden
  • 2011: Der Bestand der Stadtbücherei wird durch das virtuelle Angebot der Onleihe Hellweg-Sauerland e.V. ergänzt. Inzwischen kooperieren 41 Bibliotheken des Regierungsbezirks Arnsberg in einem Verbund und stellen gemeinsam ca. 35.000 Medien zur Ausleihe via Download bereit
  • 2016: Die Verbuchung wird auf Selbstbedienung umgestellt. Moderne RFID-Technologie mit Intelligenten Regalen macht es möglich

LeiterInnen der Stadtbücherei:

    • Pastor Friedrich Wilhelm Rottmann: 1857 - 1895
    • Rektor Karl Sattler: 1895 - 1933
    • Rektor Friedrich Karl Diemer:1933 - 1936
    • Willy Zuncke: 1936 - 1947
    • Dr. Max Bührmann: 1947 - 1952
    • Kulturreferent Carl H. Timler: 1953 - 1964
    • Kulturamtsleiter Jochem Knieper: 1964 - 1965
    • Kulturreferent Dr. Dieter H. Stolz:1 966 - 1978
    • Dipl.- Bibl. Franziska Altenpohl: 1978 - 2013
    • Dipl.- Bibl. Petra Schrader (kommissarisch): 2013
    • Dipl.- Bibl. Dagmar Plümer seit 2013