Das Gebäude Grabenstraße 18 ist bedeutend für die Stadt Lüdenscheid, weil der Straßenraum Corneliusstraße / Grabenstraße, zu dem auch dieses Gebäude gehört, den äußeren Rand der mittelalterlichen Stadtbefestigung bezeichnet. Bei dessen aufstehender Bebauung sind vermutlich Teile der Stadtbefestigung in den Fundamenten dieses Gebäudes weiterverwendet worden. Die großen Geländeun­terschiede von der auf der Höhe liegenden Cornelius- und Grabenstraße zur Schiller- und Thünenstraße verdeutlichen auch im heutigen Stadtbild noch recht gut den Festungscharakter der "Stadt auf dem Berge".
Die Grabenstraße auf einer undatierten Ansicht
Die Grabenstraße auf einer undatierten Ansicht. Rechts ist das Haus Grabenstraße 18 zu erkennen.

Die Erhaltung des Gebäudes ist vornehmlich aus baugeschichtlicher Sicht interesssant, da hier der Funktionszusammenhang einer wohl um 1900 stark renovierten und erweiterten Gaststätte im Gastraum und Saalbau gut ablesbar geblieben ist. Im Saalbau ist hier auf die repräsentative Ornamentik und die Sängerbüh­ne zu verweisen, die die Ansprüche an eine gehobene Gastronomie in Funktion und Form bezeugen. Weiterhin liegen volkskundliche Gründe für den Denkmalwert vor, weil in Gaststätte und Saalbau das gesellschaftliche Leben in der Stadt Lüdenscheid einen Mittelpunkt fand. Ebenso sind städtebauliche Gründe für die Unterschutzstellung zu nennen, weil beide Gebäudeteile auch heute noch den alten Straßenraum an und um die Grabenstraße herum markieren und prägen.

Das Gebäude steht in Privatbesitz und wurde am 25. September 1990 unter der laufenden Nummer 107 in die Denkmalliste der Stadt Lüdenscheid eingetragen.