90. Rathausplatz 21 (ehemaliges Gewerkschaftshaus)

Das Gebäude Lüdenscheid, Rathausplatz 21, wurde im Jahr 1914 von dem Archi­tekten Robert Lamm für den Lüdenscheider Stuckateurmeister Gustav Plate erbaut. Es handelt sich um ein dreigeschossiges Gebäude mit ausgebautem Walmdach, das zu fünf Dreifachachsen gegliedert ist, wobei diese Achsen in den Obergeschossen als segmentbogige Erker gestaltet sind. Bis auf das Erdgeschoß und die durch den Anbau des Nachbarhauses hervorgerufenen Änderun­gen entspricht das Gebäude noch weitgehend dem ursprünglichen Zustand, so daß es ein gutes Zeugnis eines jugendstilhaften Wohn- und Geschäftshauses aus der Zeit des Beginns dieses Jahrhunderts bietet. Das Gebäude stellt überdies das am meisten stadtbildprägende Gebäude des heutigen Rathausplatzes dar und bestimmt dessen Erscheinungsbild entscheidend mit.

Weiterhin kommt dem Gebäude eine große stadtgeschichtliche Bedeutung zu, da es seit Jahrzehnten als Gewerkschaftshaus genutzt und als solches im Bewußt­sein der Bevölkerung fest verankert ist. Das Gebäude ist insofern geeignet, die Geschichte der Gewerkschaftsbewegung Lüdenscheids zu dokumentieren. 

Unter Schutz gestellt wird die Fassade an der Vorderfront zum Rathausplatz hin sowie die Fassade an der vom Rathausplatz gesehenen linken Seite des Hauses. Erhalten werden weiterhin die Grundrißstrukturen der Obergeschosse und das ausgebaute Walmdach über den beiden zu schützenden Fassaden. Ins­besondere bleibt die Stahlbetonskelettkonstruktion und die Grundrißkonzeption des zentralen Treppenhauses für die Flure für die horizontale Erschließung der einzelnen Geschosse erhalten.

Das Gebäude steht in Privateigentum und seit dem 03. April 1990 unter der laufenden Nummer 90 in der Denkmalliste der Stadt Lüdenscheid verzeichnet.