Eine der beiden Haustüren des Gebäudes Altenaer Straße 168
Eine der beiden Haustüren des Gebäudes Altenaer Straße 168

Bei dem Gebäude Altenaer Straße 168 handelt es sich um ein großes, zweigeschossiges Doppelhaus unter einem Satteldach aus der Zeit um 1860. Das Haus besteht aus einem verputzten Massivaufbau auf einem hohen Sockel. Wie in der historistischen Architektur üblich, ist lediglich die Fassade aufwendig gestaltet. Die beiden Haushälften sind spiegelsymmetrisch angeordnet: eine Achse mit zwei engen beieinanderliegenden Fenstern sowie eine mit einigem Abstand folgende Reihung von vier Achsen mit der Haustür, zu der eine geradläufige Treppe mit quali­tätvollem Geländer führt.

Vor der Tür befindet sich ein kleines, regionalty­pisches Podest mit seitlichen Bänken. Der Putz ist im Erdgeschoß horizontal gegliedert, die Hausecken sind durch imitierte Rustika betont. Ein Gesims trennt Erd- und Obergeschoß. Die Fenstereinfassungen sind profiliert. Die Brüstungsfelder sind mit Spiegeln versehen. Die Fenster mit der Sprossenein­teilung sowie die Türen sind noch im Original erhalten.

Altenaer Straße 168 (2004)
Altenaer Straße 168 (2004)

Das Doppelhaus vertritt einen Typus, den es im Märkischen Kreis öfter gegeben hat. Es ist ein gutes Beispiel für den räumlichen Zusammenhang von Fabriken und Fabrikantenhäusern, von denen aber nur noch wenige bestehen. Ob sie für höhere Angestellte oder für sonstige Be­dienstete erbaut wurden, ist größtenteils unbekannt. Von dem Gebäude Altenaer Str. 168 weiß man jedoch, daß es sich um das Ledigenwohnheim der ehem. Firma Caspar Noell, jetzt Westfälische Kupfer- und Messingwerke, handelt.

Das Gebäude ist in der Fassadengestaltung praktisch unverändert erhalten geblieben. Es ist damit eines der am besten überkommenen Zeugnisse dieser Art der Wohnbebauung überhaupt und in Lüdenscheid wohl einzig.

Neben dem sozial- und stadtgeschichtlichen Wert ist der ästhetische Wert zu betonen: Das Haus ist gut gestaltet, sowohl in den Großformen des Baukörpers als auch in den Details, wie z.B. den Treppengeländern.

Zu dem Gebäude gehört auch die von der weit abgelegenen Hauptstraße zu ihm hinführende Alle, die wesentlich zu dem starken städtebaulichen Eindruck des Gebäudes beiträgt. Die Allee ist daher als Bestandteil des Baudenkmals mit in die Denkmalliste eingetragen worden. Der Eintrag in die Denkmalliste der Stadt Lüdenscheid unter der laufenden Nummer 65, hat am 07. Januar 1987 stattgefunden. Das Gebäude steht in Privateigentum und wird z. Zt. als Bürogebäude genutzt.