Das Gebäude Fuelbecker Straße 3 im Jahr 2005
Das Gebäude Fuelbecker Straße 3 im Jahr 2005

Am 25. Februar 1892 reichte der Kaufmann Bernahrd Noell ein "Concessionsgesuch" bei der damaligen Baupolizei der Stadt Lüdenscheid ein. Nach nur zweieinhalbwöchiger Bearbeitungszeit erhielt der Kaufmann am 11. März 1892 die Genehmigung zum Bau der Villa. Der 1892 fertiggestellte Kernbau wurd 1901 durch den Anbau eines Wintergartens und 1906 durch den Anbau einer geschlossenen Veranda erweitert.

Eine Besonderheit des Gebäudes ist die noch vorhandene Jugendstilverglasung des Wintergartens. Hierbei handelt es sich um technisch wie künstlerisch ganz ausgefallene und bedeutende Werke, die in eienr äußerst schwierigen und in dieser Größe und Qualität zumindest in Nordrhein-Westfalen zu dieser Zeit unbekannten Ätztechnik angefertigt worden sind. Diese Arbeiten wurden mit den Zentren der Jugendstilkunst in Nancy, Barcelona und New York in Verbindung gebracht.

Es besteht die These, dass die Veranda mit dem Wintergarten eigens für die Jugendstilfenster erbaut wurde, nach dem Kaufmann Noell die Fenster im Ausland, etwa auf eienr Kunstgewerbe- oder Weltausstellung, gesehen hat und sie für sein Anwesen erwerben konnte.

Das Gebäude steht in Privatbesitz und ist mit dem zugehörigen Park mit Allee unter der laufenden Nummer 2 in der Denkmalliste der Stadt Lüdenscheid verzeichnet. 

 

Denkmlawertbegründung:

Eine hoch am Hang über dem Rahmedetal liegende neurenaissancehafte, mit starken nachklassizistischen Anklängen dekorierte zweigeschossige Backstein¬villa, die in einem Park steht. Der Zugang als Allee ausgebildet und mit einem neurenaissancehaften Tor abgeschlossen. Errichtet 1892 durch den Kaufmann Noell. Im Jahr 1901 Hinzufügung des Wintergartens in vom Jugenstil beeinflußten Barockformen als wesentliches gestalterisches Element. Seine Fenster mit einzigartigen bedruckten Scheiben farbverglast.

Abschluss des Wintergartens mit einem Aufsatzbalkon, dieser 1906 mit schmiedeeiserner Pergola in Neurenaissanceformen ausgestattet. Die Hauptschaufassade zum Rahmedetal dreiachsig gegliedert, die rechte Achse mit gekuppelten Fenstern und als Flachrisalit unter dorisch gegliedertem Fronton. Die Fenster der Hauptfassade weisen Balusterbrüstungen sowie mit Stuckornamenten versehene Brüstungsfelder auf. Am Wintergarten befindet sich das ebenfalls in Neure-naissanceformen gut gestaltete Hauptportal. Der Vorplatz ist mit Mettlacher Fayencen gefliest. Das Holzwerk der Fenster stammt noch aus der Bauzeit und ist intakt. Innerhalb des Gebäudes sind Stuckdecken und raumfeste Ausstattung in großen Teilen noch erhalten.