5. Sauerfelder Straße 7 (ehemalige Reichs- und Landeszentralbank)

Die Reichsbank zur Zeit des wilhelminischen Kaiserreichs
Die Reichsbank in wilhelminischer Kaiserzeit

Das Lüdenscheider Bankgebäude gehört in eine charakteristische Gruppe von Reichsbankbauten der 1880er und frühen 1890er Jahre in den bedeutenderen Städten des wilhelminischen Kaiserreichs. Diese Bautenfamilie geht aus von der Zentrale, der Reichsbank in Berlin, einem Hauptwerk des Architekten Friedrich Hitzig, und präsentiert sich wie diese in Formen des Palastbaus der italienischen Renaissance.

Der Hauptarchitekt der Reichsbank war der nachmalige Professor Max Hasak. Auch für Lüdenscheid kann mit seinem Einfluss gerechnet werden. Diesen "Reichsbankstil" vertreten in Westfalen heute noch der 1892/1893 errichtete Bau in der Provinzialhauptstadt Münster und das kurz zuvor in Lüdenscheid errichtete Gebäude. Dem Rang der Städte entsprechend zeigen sich Unterschiede in Größe und Aufwand.

Die ehemalige Reichs- und Landeszentralbank als Teil der heutigen Sparkasse
Die ehemalige Reichs- und Landeszentralbank als Teil der heutigen Sparkasse

Erbaut wurde das Gebäude im Jahr 1891, der Anbau stammt aus den Jahren 1914/15.

Neben der Alten Post (Altenaer Straße 9) und dem Haus Staberger Straße 3, dem ehemaligen 1844 errichteten Amtsgericht, repräsentiert das Gebäude Sauerfelder Straße 7 als ehemalige Reichsbank und ehemalige Landeszentralbank das einzige nichtstädtische öffentliche Verwaltungsgebäude aus der Zeit vor 1900 in Lüdenscheid überhaupt.

So dokumentiert das Gebäude an der Sauerfelder Straße neben den bereits oben aufgeführten Gebäuden und einigen Schulgebäuden im Lüdenscheider Stadtgebiet eindringlich den öffentlichen Anteil an der Stadtentwicklung in der Zeit von 1871 bis 1914. Für die Stadtgeschichte war diese Zeit besonders prägend.

Das Gebäude steht heute im Eigentum der Sparkasse Lüdenscheid und wird weiterhin als Bankgebäude genutzt. Die Eintragung in die Denkmalliste der Stadt Lüdenscheid unter der laufenden Nummer 5 hat am 03. Dezember 1984 stattgefunden.  

Denkmalwertbegründung:

Neurenaissancehaftes Geschäftshaus, zweigeschossig mit Attikageschoß und Flachdach. Das Erdgeschoß gequadert mit fünf Achsen Rundbogenfenstern, das Obergeschoß in Backstein, die Fenster mit Pilastern und hohen Architraven. Rechts ein eingeschossiger Anbau in den gleichen Formen, darauf Pilasterreihe einer ehemaligen Veranda oder Loggia. Das Baujahr ist 1891, der Anbau stammt aus dem Jahr 1914/15.

Das Lüdenscheider Bankgebäude gehört in eine charakteristische Gruppe von Reichsbankbauten der 1880er und frühen 1890er Jahre in den bedeutenderen Städten des wilhelminischen Kaiserreiches. Diese Bautenfamilie geht aus von der Zentrale, der Reichsbank in Berlin (1869 - 76), einem Hauptwerk des Architekten Friedrich Hitzig, und präsentiert sich wie diese in Formen des Palastbaus der italienischen Renaissance. Solche Formen waren vor der Jahr­hundertmitte von Gottfried Semper in seinen großen Dresdner Werken vor Augen gestellt und wurden in den nächsten Jahrzehnten ob ihres großbürgerlichen Charakters vielfach für Profanbauten von herausragender öffentlicher Bedeu­tung gebraucht, so auch für Banken. Der Hauptarchitekt der Reichsbank war der nachmalige Professor Max Hasak, auch für Lüdenscheid kann mit seinem Einfluß gerechnet werden. Diesen "Reichsbankstil" vertreten in Westfalen heute noch der 1892/93 errichtete Bau in der Provinzialhauptstadt Münster und das kurz zuvor in Lüdenscheid errichtete Gebäude. Die Bielefelder Bank ist bereits verschwunden. Dem Rang der Städte entsprechend zeigen sich Unterschiede in Größe und Aufwand, siehe die Reihe Berlin - Leipzig - Münster - Lüdenscheid, die Grundhaltung ist die gleiche.