Die Villa Breslauer Straße 10
Die Villa Breslauer Straße 10 in den ersten Jahren nach ihrer Erbauung

Die Villa Breslauer Straße 10 stellt ein typisches Beispiel für eine Fabrikantenvilla der Gründerzeit in Lüdenscheid dar. Zur Zeit der Erbauung hatte die heutige Breslauer Straße noch die Bezeichnung Siegesstraße. Der Fabrikant Max Basse hat am 30. März 1906 unter Beifügung der Pläne des königlichen Baurats Carl Schellen aus Köln bei der Lüdenscheider Baupolizei-Verwaltung ein Baugesuch zur Errichtung einer Villa gestellt. Auf der Grundlage dieser Planung ist die Villa Breslauer Straße 10 im Jahre 1910 erbaut worden.

Besonders ist auf die gesondert unter Schutz gestellten Innenteile, wie zum Beispiel Diele, Treppe, Türen hinzuweisen. Vorhanden sind auch noch gut erhaltene Jugendstilfenster.

Das Gebäude auf einer Postkarte in zwei Ansichten
Die Villa auf einer undatierten Postkarte in zwei Ansichten

Ab 1936 wurde das Gebäude als Offiziersheim genutzt. Aufgrund dieser Nutzungsänderung ist auch ein Anbau errichtet worden, der jedoch nicht unter Denkmalschutz steht.

Das Gebäude Breslauer Straße 10 wurde am 17. August 1984 unter der laufenden Nummer 1 in die Denkmalliste der Stadt Lüdenscheid eingetragen.

Ein Blick auf die Villa im Jahr 2004
Ein Blick auf die Villa im Jahr 2004

Denkmalwertbegründung:

Erbaut 1906 für Max Basse von dem Kgl. Baurat Carl Schellen, Köln. Neubaroc­kes alleinsichtiges Traufenhaus unter mächtigem biberschwanzgedecktem Man­sarddach mit bauchigem Mittelrisalit samt Portikus (Freitreppe neu) und kurvigem Giebel. Exquisite Jugenstilfenster im Obergeschoß des Mittelrisa­lits. Kolossalgliederung durch Ecklisenen. Links Anbau in dorischer Ordnung, gleichfalls auf Bruchsteinsockel. Anbau 1936 als Offiziersheim. Nutzung ab 1950 als Altenheim.

Denkmalgeschützte Innenteile:

Erdgeschoß: Diele und Treppenhaus: Treppenanlage vom EG zum OG mit Schnitz­werk über dem Eingangsbereich, umlaufende Holzvertäfelung der Wände, Türblät­ter und -gestelle, der in Form eines Kamins verkleidete Heizkörper, Hauptein­gangstür, Schwingtür zwischen Eingangsbereich und Diele, die Stuckelemente der Empore; Herrenzimmer: die Stuckdecke, die Schiebetür zum Speisezimmer, die Wandschränke, die umlaufende Holzvertäfelung der Wände; Speisezimmer: die Holzdecke und die umlaufende Holzvertäfelung der Wände, die fest eingebaute Anrichte mit dem Spiegel, der halbrunde Eckschrank; sämtliche Fenster der vorgenannten Räume sowie die im Jugendstil gehaltenen Beschläge von Türen, Fenstern und Schränken; die Jugenstilfenster des Treppenhauses;

Obergeschoß: Türblätter und Türgestelle sowie Stuckornamente an den Decken­trägern und Konsolen