Die zentrale Figur des Ehrenmals
Die zentrale Figur des Ehrenmals: "Erwachender"

Den Antrag zur Errichtung eines Ehrernmals, stellte im Jahre 1922 der "Kriegerverein der Stadt und Landgemeinde Lüdenscheid". Seitens des damaligen Stadtbaurates Wilhelm Finkbeiner wurde als Standort die Stadtparkterasse vorgeschlagen.

Letztendlich wurde 1927 die Durchführung eines Wettbewerbs beschlossen, bei dem 18 Entwürfe abgegeben wurden. Den ersten Preis erhielt der Entwurf "Pro Patria" des Architekten Fritz Fuss und des Bildhauers Willy Meller. Beide stammen aus Köln. Nach langer, politisch und wirtschaftlich beeinflusster Diskussion wurde nun im Jahre 1933, nach der Machtergreigung der Nationalsozialisten, die Planung für das Kriegerdenkmal endgültig abgeschlossen. Im Gegensatz zur ursprünglichen Planung aus dem Jahre 1927 wurde jedoch die zentrale Skulptur des Denkmals nicht als "Gefallener" sondern als "Erwachender" dargestellt.
Das Ehren aus Richtung Innenstadt
Diese Ansicht zeigt die terassenartige Anlage des Ehrenmals

Während die zentrale Skulptur nach 1933 schwerwiegende inhaltliche Umdeutungen erfuhr, wurde die architektonische Inszenierung in ihrer ursprünglichen Gestaltung belassen. Die Fertigstellung des Ehrenmals wurde nach der Machtergreifung durch neuerliche Geldspenden vorangetrieben, indem der Druck auf die Spender durch Veröffentlichung der Spenderlisten erhöht wurde. Am 17. März 1935 konnte das Ehrenmal feierlich eingeweiht werden.

Nach dem Zusammenbruch des "Dritten Reiches" wurde das Lüdenscheider Ehrenmal kaum verändert. Im Jahre 1946 wurden die nationalsozialistischen Hoheitszeichen entfernt.

Das Lüdenscheider Ehrenmal stellt ein überaus aussagekräftiges Zeugnis der deutschen Geschichte des zwanzigsten Jahrhunderts dar. Es wurde zunächst in der Zeit der Weimarer Republik konzipiert, dann von den Nationalsozialisten in seiner inhaltlichen Aussage umgedeutet und von denselben Künstlern, die den ursprünglichen Entwurf geliefert hatten, realisiert. Nach dem Zusammenbruch des "Dritten Reiches" wurde das Denkmal als Gefallenenehrenmal genutzt. Bezeichnend für das Ehrenmal ist, dass sich in seiner Geschichte drei Zeitabschnitte überlappen, die gerne als unabhängige Epochen angesehen werden. Betrachtet man die Geschichte dieses "Denkmals" jedoch genauer, so wird deutlich, dass es sich um drei miteinander verwobene Zeitabschnitte handelt. 

Am 02. Juni 2003 wurde das Ehrenmal an der Parkstraße unter der laufenden Nummer 148 in die Denkmalliste der Stadt Lüdenscheid eingetragen.

Ein Pappmodell des "Gefallenen"
Ein Modell des Entwurfs "Der Gefallene"
Ein zweidimensionales Modell aus Pappe des Entwurfes "Der Gefallene" des Kölner Bildhauers Willy Meller wurde am 01. Dezember 1929 aufgestellt. Durch die zweidimensionale Ausführung des Models wirkt das Modell auf dem hier gezeigten Foto wie nachträglich hereinretuschiert. Es sollte den Lüdenscheider Bürgern aufzeigen, wie der Entwurf in der Realität aussehen sollte.