Die überlebensgroße Plastik (etwa 2,55 m) ist aus Bronze gegossen. Sie befindet sich auf einem niedrigen quadratischen Werksteinsockel. Auf einer modellierten ebenfalls quadratischen Platte kniet ein junger, unbekleideter, athletisch gebauter Mann, der sich durch den Bogen in seiner linken Hand als Krieger zu erkennen gibt. Der kantige Kopf mit dem Blick in die Ferne gibt ihm zudem etwas Ent-schlossenes. Durch die knieende Haltung ist die gesamte Muskulatur sichtbar und gibt dem Körper eine dynamische Spannung.

Georg Kolbe erhielt den Auftrag 1936 vom damaligen Reichsluftfahrtministerium über den Regie-rungsbaumeister Schmitz, der die Buckesfeld-Kaserne entworfen hatte. Georg Kolbe war im Herbst 1936 nach Lüdenscheid gereist und hatte für die Bronzefigur einen Steinsockel auf braunem Kies bestimmt. Kolbes Plastik hieß offiziell "Großer Wächter", Kolbe hat der Figur auch den Namen "Jun-ger Wächter" beigegeben. Sie wurde als "Großer Wächter" im Frühjahr 1937 in der Preußischen Aka-demie der Künste, Berlin vorgestellt, bevor sie im Sommer 1937 in Lüdenscheid ihren vorbestimmten Platz fand. Im Lüdenscheider Volksmund erhielt die Bronzestatue den Namen "Bogenschütze".

Die Figur erfreute sich großer Beachtung. Sie wurde auch nach dem Krieg für auswärtige Ausstellun-gen ausgeliehen. So im Jahre 1983 für die Ausstellung "Skulptur und Macht" in der Berliner Akademie der Künste, die auch 1984 in Düsseldorf gezeigt wurde sowie im Herbst 1987 für die Ausstellung in der Düsseldorfer Kunsthalle "Die Axt hat geblüht - Konflikte der 30er Jahre in Erinnerung an die frühe Avantgarde".
In Lüdenscheid hatte die Skulptur nach dem Krieg verschieden Standorte. 1948 wurde die Plastik durch die damaligen Besatzungstruppen zu einer Ausstellung im Düsseldorfer Ehrenhof gebracht. Von 1953 bis 1957 stand die Statue in der Friedensschule. 1957 wurde sie in die Grünfläche am Straßenstern umgesetzt. Seit 1960 steht die Statue an ihrem heutigen Platz in der Knapper Straße.

Die Plastik von Georg Kolbe ist bedeutend für die Geschichte des Menschen, hier für die Menschen in Lüdenscheid, da sie, obwohl sie als autonomes Kunstwerk rein ästhetisch wahrgenommen werden kann, dem aufmerksamen und geschichtsbewussten Betrachter die wechselvolle Geschichte der Stadt und damit Deutschlands deutlich vor Augen führt.

Für die Erhaltung und Nutzung liegen wissenschaftliche, hier kunsthistorische Gründe vor, da die Plastik ein wichtiges Stück in dem Gesamtwerk Georg Kolbes (1877-1947) ist, der zu den international anerkannten deutschen Bildhauern gehört.

Die Skulptur steht im Eigentum der Bundesrepublik Deutschland.