Das Gebäude Teutonenstraße 42 im Jahr 2004
Das Gebäude Teutonenstraße 42 im Jahr 2004

Das heute zur Teutonenstraße weisende Grundstück, war früher zur Parkstraße ausgerichtet, so dass das 1910 errichtete Haus weit weg von der Straße recht einsam am bewaldeten Hang lag. Nur das 1904 vom selben Architekten errichtete Haus Parkstraße 97 (laufende Nummer 150 der Denkmalliste) befand sich in unmittelbarer Nähe.

Das Wohnhaus Teutonenstraße 42 dokumentiert  in Architektur und Ausstattung die Lebensweise und damit die kulturellen und wirtschaftlichen Verhältnisse der Zeit vor dem 1. Weltkrieg. Einerseits passt sich die Architektur in Größe und Material der ländlichen Umgebung an, andererseits soll aller Komfort, den modernes Wohnen bietet, vorhanden sein. Es wird deutlich, dass der Bauherr nicht repräsentieren möchte, sondern im Inneren eine wohnliche Atmosphäre schaffen möchte, die im Einklang mit einer gewissen Bescheidenheit im Äußeren steht und sich in die von Natur geprägten Landschaft einpasst.
Planzeichnungen des Gebäudes aus dem Jahr 1910
Planzeichnungen des Gebäudes aus dem Jahr 1910

Obwohl Bruchsteinmauerwerk, Fensterläden und andere Details auf die heimische Bautradition verweisen, verrät das Gebäude insgesamt einen "überregionalen" Heimatstil, der vor dem ersten Weltkrieg in ganz Deutschland überaus populär war. Die vermeintlich dem Heimischen angepassten Häuser entsprachen einer sehr einheitlichen Vorstellung landschaftlich angepasster Baukultur

Das in den Wald gebaute Wohnhaus Teutonenstraße 42 verdeutlicht zusammen mit dem Wohnhaus Parkstraße 97 , wie die stadtnahe, noch nicht zersiedelte Landschaft  in den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts erschlossen wurde. Die Häuser wurden in lockerer Bebauung, innerhalb sehr großer Grundstücke in die Landschaft eingepasst. So sind die umstehenden Bäume und der noch heute bestehende Freiraum wichtiges Element, um die damalige Wirkung zu verstehen.

Planzeichnungen des Gebäudes aus dem Jahr 1910
Planzeichnungen des Gebäudes aus dem Jahr 1910
Das Gebäude Teutonenstraße 42 steht in Privatbesitz und wurde am 28. Juni 2004 unter der laufenden Nummer 154 in die Denkmalliste der Stadt Lüdenscheid eingetragen.