182. Luisenstraße 19 (ehem. Metzgerei)

Denkmalumfang:

Das Denkmal umfasst das Äußere, das konstruktive Gerüst im Inneren sowie das Ladenlokal mit wandfester Ausstattung der ehemaligen Fleischerei.

Beschreibung:

Das augenscheinlich 1899 erbaute Eckhaus Luisenstraße/Neugasse ist Teil einer geschlossen Neubebauung an der Luisenstraße. Alle Häuser dieser Zeit sind – im Gegensatz zu den Wohnhäusern der älteren Bauschicht – traufständig zur Straße ausgerichtet, weisen im EG Ladenlokale auf, während in den Obergeschossen Wohnungen waren. Das hier in Rede stehende Eckhaus steht zu drei Seiten frei und hat an der Neugasse einen flachen, eingeschossigen Anbau. Das dreigeschossige Gebäude schließt mit einem niedrigen Drempelgeschoss ab. Das Keller- oder Sockelgeschoss gleicht das Niveaugefälle an der abfallenden Neugasse aus. An der Ecke befinden sich die Schaufenster des Ladenlokals, das von der Luisenstraße erschlossen wurde, der Hauseingang hingegen befindet sich in der Neugasse. Zur Luisenstraße ist das Gebäude dreiachsig, zur Neugasse vierachsig, wobei die äußeren als Blendachsen ausgeführt wurden. Gesimse gliedern die Fassade horizontal. Ein kräftiges Gesims trennt das gebänderte Sockelgeschoss vom übrigen Haus, das glatt geputzt ist.

Die Fenster des 1. Obergeschosses sind mit Aedikulen gerahmt, im zweiten haben sie nur noch ein Gebälk über dem Fenster. Das flach geneigte Dach tritt gar nicht in Erscheinung. Neben, den noch bauzeitlichen Schaufenstern ist die zweiflügelige Haustüre bauzeitlich. Das Innere des Hauses ist weitgehend überarbeitet, obwohl das Treppenhaus und die Wohnungsgrundrisse noch weitgehend erhalten sind. Besondere Erwähnung muss das Ladenlokal finden, dessen wandfeste Ausstattung ungewöhnlich gut erhalten ist und zeigt, wie ein Metzgereiladenlokal um die Jahrhundertwende ausgesehen hat. Die Ladentür, die Schaufensteranlagen, der Fliesenspiegel auf dem Boden und an den Wänden ist wohl noch ursprünglich. Allerdings ist der Boden in Teilen ausgebessert worden, da hier natürlich der höchste Verschleiß war.

Begründung:

Das hier beschriebene Wohn- und Geschäftshaus ist bedeutend für die Geschichte des Menschen, hier für die Menschen in Lüdenscheid, da es das Wohnen und Wirtschaften eines Metzgermeisters am Anfang des 20. Jahrhunderts sehr gut wiedergibt. Während die ältere Bauschicht überwiegend Wohnhäuser aufweist, sind die um 1900 entstehenden Häuser sämtlich Wohn- und Geschäftshäuser. Hier wird also eine Kommerzialisierung der Innenstadt erfahrbar. Für die Erhaltung und Nutzung liegen wissenschaftliche, hier architekturhistorische Gründe vor, da sowohl das Haus als auch das Ladenlokal die Architektur der Zeit spiegeln. Dabei ist interessant, dass die Ausstattung schon Jugendstilmotive aufweist, während das Äußere des Hauses noch im Historismus errichtet wurde. Der Jugendstil war eben in besonderer Weise ein Stil, der in der Innenausstattung angewendet wurde. Weiterhin liegen für die Erhaltung und Nutzung städtebauliche Gründe vor, da das Haus mit Ladenlokal die platzartig aufgeweitete Straßensituation beherrscht. Zudem schließt es die um 1900 entstandene Neubebauung ab.