179. Volmestraße 128 ("Gasthaus zur Grüne")

Denkmalumfang:

Das Denkmal umfasst das Innere und Äußere des Gasthauses, des Saales und der Scheune/Stall. Nicht zum Denkmal gehört der rückwärtige Anbau an das Gasthaus.

Beschreibung:

Unmittelbar an der Straße, die sich von Brügge nach Schalksmühle durch das Volmetal schlängelt, steht an dem kleinen Taleinschnitt, wo die Hachmecke der Volme zustrebt, der „Gasthof Zur Grüne“. Auf der südlichen Seite steht das Gasthaus mit Sommersaal, auf der nördlichen Seite steht ein Wirtschaftsgebäude.

Zwischen beiden Gebäuden führt der Weg, der das Tal nach Eicken hoch führt. Die genaue Entstehungszeit des Hauses ist zurzeit nicht festzustellen. Es liegt jedoch nahe, dass der Gasthof in Folge der ab 1845 gebauten Chaussee entstanden ist. Einige Details im Haus weisen auch auf diese Bauzeit hin: Die Gewölbekeller sowie die Türkloben bzw. die Türbänder sprechen für diese Zeit. Der Dachstuhl macht jedoch einen jüngeren Eindruck. Auf dem Dach fand sich auch ein Firstabschlussziegel mit der Jahreszahl 1896, was auch für das Dachwerk, eine Pfetten- Konstruktion mit stehendem Stuhl und Sprengwerk, passen könnte. Ob ein Brand oder eine ähnliche Katastrophe eine so frühe Erneuerung des Dach-werks notwendig machte, lässt sich zurzeit nicht sagen.

Das dreiachsige, giebelständig zur Straße ausgerichtete Haus ist aus Bruchstein erbaut und mit einem flach geneigten, wohl 1896 erneuerten pfannengedeckten Dach versehen. Die Geschosse sind mit Balkenlagen ausgeführt, die quer zum First spannen, die Innenwände sind aus Fachwerk. Südlich schließt ein Saal mit Bühne an, der 1912 angebaut wurde. Der Saal ist in den anste-henden Berg hineingebaut, sodass er nur zur Straße durch große Schiebefenster belichtet ist. Ursprünglich handelte es sich wohl um eine überdeckte Veranda, die erst später (1912) zum geschlossenen Saal mit Bühne umgebaut wurde. Das Wirtschaftsgebäude mit Stall befindet sich auf der anderen Seite (nördlich des Gasthof-gebäudes.

Dieses hat offensichtlich keinen Wirtschaftsteil. Über einem Gewölbekeller erhebt sich das zweigeschossige Haus. Im Erdgeschoss befindet sich rechts des in Firstrichtung verlaufenden Flur die Gaststube, links ein Gesellschaftsraum. Dahinter ist die Küche mit Vorratskeller, die zur südlichen Traufwand aufgeschlossen ist. Zwischen Küche und Saal sind die Toiletten angelegt. Im Obergeschoss sind links und rechts des Mittelflures mehrere Stuben (Gastzimmer) ange-ordnet. Der Eingangsbereich, die Gaststube, die Toiletten sind in der Redaktion von 1938 überliefert.

Zu diesem Zeitpunkt gab es eine Renovierung der Gaststätte. Es wurden größere Fenster in die Gaststube eingebrochen, der Flurbereich wurde gefliest, das Treppengeländer erneuert (evtl. auch die Treppenführung leicht verändert), die Haustüre mit Oberlicht ausgetauscht und die Türen im Erdgeschoss mit Hilfe von Bierlasur modernisiert. Große Teile der Gaststubenausstattung scheinen auf diese Umbauphase zurückzugehen. Im Obergeschoss wurden die Zimmertüren wohl in den 1970er-Jahren ausgetauscht.

Auf dem Urkataster von 1827 ist das Haus noch nicht vorhanden. Ab 1845 wird die Volme-talstraße gebaut, um die mühsam zu befahrene alte Straße über Breckerfeld abzulösen. In diesem Zusammenhang ist wohl der „Gasthof Zur Grüne“ entstanden. Es ist wohl auch von vorneherein als Gasthof geplant worden, denn sowohl die Stuben unten, als auch die Gastzimmer zeigen, dass hier weder Landwirtschaft noch „normales“ Wohnen geplant war.

Die Stallungen und landwirtschaftlichen Funktionen waren in das nördlich anschließende Gebäude ausgelagert. Begründung Der ehemalige „Gasthof zur Grüne“ ist bedeutend für die Geschichte der Menschen, hier für die Regionalgeschichte Südwestfalens, da es sich um ein Gebäude handelt, das mit dem Chausseebau entstanden ist und ein wesentlicher Bestandteil der Infrastruktur dieser mo-dernen Verkehrstraßen darstellt. Hierzu gehört einerseits das Stallgebäude, das funktional zu einem Gasthof im 19. Jahrhundert gehört, da die Pferde untergestellt werden mussten.

Zum anderen der Saal, der aus einer überdeckten Veranda hervorging. Er stammt wiederum aus dem Anfang des 20. Jahrhunderts, wo der Gasthof seine Funktion als Überlandgasthof langsam verlor und das Ausflugsziel für Menschen, die hier einkehren wollten, wichtiger wurde. Für die Erhaltung und Nutzung liegen wissenschaftliche, hier hauskundliche Gründe vor, da es sich augenscheinlich um einen „reinen“ Gasthofbau handelt. Es ist also kein umgebauter Bauernhof. Das Gebäude belegt, wie ein ländlicher Gasthof in der Mitte des 19. Jahrhunderts konzipiert und funktioniert hat.