175. Hasleystraße 18 - 20 a

Die zunächst vom Beamten-Wohnungs-Verein Lüdenscheid 1922 geplanten Häuser werden in sehr ähnlicher Art 1923 von der Stadt durch Wilhelm Finkbeiner realisiert. Städtebaulich passt er die drei Wohnblocks mit schmalen, ebenfalls horizontalen Vorgärten der topographischen Situation an und stuft sie entsprechend in der Höhe ab, wobei der un-terste Wohnblock mit der Traufhöhe über dem mittleren Block steht, da er dreigeschossig ausgebaut wurde. Das ändert jedoch nichts an der straßenbegleitenden Abstufung der drei Blocks. Die Häuser sind mit Walmdächern gedeckt. Die zentralen Eingänge sind mit großen Fenstern links und rechts gerahmt. Im oberen Geschoss sind kleinere, dafür aber mehr Fenster untergebracht. Die Hauseingänge werden durch Oberlichter und einer aufwendigen Stuckrahmung hervorgehoben.

Die Hauseingänge und Treppenhäuser sind mit Fliesen an Wand und Boden, das Treppengeländer ist aus Holz mit einem gefälligen Pfosten gestaltet. Wohnungstüren sind gute Tischlerarbeiten mit Oberlichtern, sodass die Wohnungsflure belichtet waren. Im Dachgeschoss befinden sich Kammern und Trockenböden. Im Kellergeschoss ist eine Waschküche für vier Wohneinheiten und Individualkellerräume, die zu den Wohnungen gehören. Die Häuser wurden vor allem für beamtete Lehrer gebaut und wurden unter anderem mit staatlichen Geldern für Lehrerwohnungen finanziert.

Begründung:

Die Gebäude sind bedeutend für die Geschichte des Menschen, hier für die Ortsge-schichte von Lüdenscheid. In den 1920er Jahren gab es in Lüdenscheid Wohnungsmangel, dem mit Bauten unter anderem der öffentlichen Hand entgegen gewirkt werden sollte. Dabei gab es durchaus Unterschiede im Zuschnitt der Wohnungen, sodass unterschieden werden kann zwischen Kleinwohnungen für sozial schlechter gestellte Klientel und etwas größeren, etwas besser ausgestatteten Wohnungen für beispielsweise Lehrer. Die große Zahl der Wohnungen waren Dreiraumwohnungen, die wohl für Arbeiterfamilien vorgesehen waren.

Die hier aufgeführten Wohnungsbauten stehen für die Anstrengung der Stadt Lüdenscheid, den Wohnungsmangel zu beseitigen und adäquaten Wohnraum zu schaffen. Die Bauten sind sowohl in ihrem Äußeren als auch in der Ausstattung der Wohnungen von einer außer-ordentlichen Qualität, sodass nicht von billiger Wohnraumbeschaffung gesprochen werden kann. Da es viele innerstädtische Baugrundstücke gab, die zudem im Besitz der Stadt waren, wur-de zunächst einmal hier gebaut. Dadurch kam es zu vielen „kleineren“ und mittleren Bauvorhaben an unterschiedlichen Standorten.