168. Parkstraße 42 (ehem. Eichamt)

168. Parkstraße 42
168. Parkstraße 42

Das Demkmal umfasst das gesamte Äußere und Innere des Gebäudes. Weiterhin gehört die Einfriedungsmauer ohne die Zäune zum Denkmalumfang. Beschreibung Auf dem hinteren Teil des tortenstückförmigen Grundstückes Parkstraße / Winkhauser Straße steht das 1926 vom Lüdenscheider Stadtbaurat Wilhelm Finkbeiner als Eichamt errichtetes Amtsgebäude. Grund- und Aufriss nehmen die städtebauliche Situation auf und dominieren die Wegegabelung. Es handelt sich um einen vollständigen Neubau ohne einen älteren Kern.

Das zweigeschossige, vierachsige Gebäude ist mit einem schiefergedeckten Walmdach versehen, das einige Gauben und an den Firstenden Kaminaufsätze aufweist. Während die Oberlichter der unteren Fenster mit Rundbögen abschließen, sind die oberen hochrechteckig und mit Klappläden ausgestattet. Die Gauben haben ebenfalls hochrechteckige Fenster. Die Eingänge befinden sich auf den Schmalseiten des Gebäudes. Der ehemalige Haupteingang wurde ursprünglich über eine Treppenanlage von der Parkstraße erschlossen. Da die Treppenanlage in großen Teilen abgebrochen ist, befindet sich heute die Haupterschließung des Gebäudes auf der Winkhauser Straße. Der kreissegmentförmige Grundriss bestimmt das gesamte Gebäude. Ein Mittellängsflur von Hauseingang zu Hauseingang erschließt die Räume und das in der hinteren südöstlichen Ecke befindliche Treppenhaus. Der große Raum in der nordöstlichen Ecke hatte ursprünglich eine doppelflüglige Außentür, so dass hier Fässer rein gereicht werden konnten. Hier befand sich die „Fasseiche". Die anderen Räume waren ebenfalls Werkräume und Büros. Im 1. und 2. Obergeschoss befanden sich Dienstwohnungen für den Eichmeister, einen weiteren Angestellten und ein Zimmer fürs „Mädchen". Die gesamte wandfeste Ausstattung wie Fußbodenbeläge, Treppe, Treppengeländer, Briefkasten, Türen, Fenster und Kaminzüge sind noch weitestgehend vorhanden.

Das Gebäude ist bedeutend für die Geschichte des Menschen, hier für die Menschen in Lüdenscheid, da es einen Beleg für die preußische Verwaltung darstellt. Schon unter Friedrich II. wurde, um den Handel zu erleichtern, ein Eichwesen eingeführt. Auf diese Weise galten überall in Preußen die gleichen Maße und Gewichte. Um die Einhaltung dieser Maße und Gewichte zu gewährleisten, wurden kommunale Eichämter eingerichtet. Diese wurden 1912 aufgelöst und durch staatliche Eichämter ersetzt. Bis zu deren Auflösung 1963 bzw. 1973 befand sich in der Parkstraße 42 das Eichamt. Sowohl die Amtsräume als auch die Dienstwohnungen, die zu preußischen Verwaltungsgebäuden wie Kreisämtern, Gerichten etc. gehörten, sind noch sehr gut erhalten. In diesem Zusammenhang ist das Gebäude auch bedeutend für die Arbeits- und Produktionsverhältnisse im Preußen der 1920er Jahre, denn sowohl die Arbeitsräume als auch die Wohnungen sind so gut erhalten, dass die Arbeitsverhältnisse noch ablesbar sind.

Für die Erhaltung und Nutzung liegen wissenschaftliche, hier architektur- und stadtbaugeschichtliche Gründe vor, da das Gebäude Teil einer für Lüdenscheid wichtigen Bauphase ist, die in den 1920er Jahren weitgehend von dem Stadtbaurat Wilhelm Finkbeiner geprägt ist. Sowohl die städtebauliche Einbindung als auch die bis in Detail hinein gediegene Ausführung des Gebäudes sind Ausdruck dafür.