Kreuzkapelle
Kreuzkapelle

Auf dem westlichen Sternplatz befand sich bis 1887 die Kreuzkapelle, die dem Heiligen Kreuz und verschiedenen anderen Heiligen, darunter Quirin, Lucia und Catharina, geweiht war. Wie Weiheurkunden von 1471 und 1491 belegen, entstand sie um 1470.

Ob eine von der Reformation verehrte Reliquie als Anziehungspunkt für Wallfahrten oder möglicherweise eine karitative Stiftung den Ausgangspunkt der Entstehung der Kapelle vor dem Westtor der Stadt gebildet hat, geht aus der vorhandenen Literatur nicht hervor. In nachreformatorischer Zeit erhielt die Kapelle 1705 eine neue Nutzung durch Übertragung an die reformierte Gemeinde, die das spätmittelalterliche Gebäude bis 1822 nutzte. Kurzzeitig diente sie 1827 auch der katholischen Kirchengemeinde als Gotteshaus, die sie in diesem Jahr erwarb. 1885 wurde das Gebäude von der Stadt Lüdenscheid erworben, bevor es 1887 abgebrochen wurde. Bei dem Kirchengebäude, von dem Fotos aus der Zeit des Abbruchs vorhanden sind, handelt es sich um einen rechteckigen Saalbau mit polygonal geschlossenen eingezogenem Chorraum und Dachreiter im Westen.Die im Boden vorhandenen Fundamente der Kreuzkapelle sind bedeutend für die Geschichte des Menschen, insbesondere der Stadt Lüdenscheid, weil sie einerseits Zeugnis ablegen von der spätmittelalterlichen Frömmigkeit der Stadtbürger, andererseits die Kapelle in nachreformatorischer Zeit als kultureller Mittelpunkt der reformierten Gemeinde neue Aufgaben im Dienst der Stadtgemeinde übernommen hat.

Für eine Erhaltung des ortsfesten Bodendenkmals sprechen wissenschaftliche Gründe, denn es stellt eine für die historische Forschung wichtige archäologische Quelle dar, deren Auswertung neue und weitergehende Erkenntnisse vermittelt, die auf keinem anderen Wege gewonnen werden können.