Hohfuhrstraße 32
Hohfuhrstraße 32

Der Denkmalumfang bezieht sich auf das gesamte Äußere und Innere des Gebäudes. Das für die Witwe Winzer 1898 von dem Baugeschäft W. Schöttler errichtete Gebäude steht auf der Talseite der Hohfuhrstraße. Über einem hohen Kellergeschoss, das das stark abschüssige Geländeniveau ausgleicht, erhebt sich ein zweigeschossiges, dreiachsiges Gebäude, das an der Südecke noch ein erkerartig vortretendes Zwerchhaus aufweist. Letzteres ist genau auf die Philippstraße ausgerichtet, die schräg in die Hohfuhrstraße einmündet. Die straßenseitige Fassade und das Zwerchhaus sind aufwendig mit Stuck gestaltet. (Der Giebelanschluss ist nur noch vereinfacht vorhanden, der aufwendige Rosettengiebel wurde schon vor dem 1. Weltkrieg abgetragen).

Eckrustika und Gesimse strukturieren die Fassade. Zudem sind die Fenster und die Haustüre mit reichen Fenstereinrahmungen eingefasst. Die Mittelachse, wo sich auch die zweiflüglige Eingangstür befindet, ist ähnlich wie das Zwerchhaus durch reichere Ornamentik hervorgehoben. Die Seiten- und Rückfassaden sind untergeordnet und dementsprechend weniger aufwendig gestaltet.Während die Westfassade noch die Gesimse und die Eckrustika aufweist, ist die Ostfassade nur noch mit dem Traufgesims ausgestattet, auf das auf der Rückfassade auch noch verzichtet wird.Das Haus schließt mit einem flachen Walmdach ab, das mit Bitumschindeln gedeckt ist. Auf der Rückseite wurde 1929 der Balkon mit einem Anbau überbaut, so dass im Erdgeschoss das Wohnzimmer größer wurde und im Obergeschoss ein Wintergarten entstand.

Wenn man das Haus betritt, steht man in einer großen Halle, deren Boden mit Medlacher Fliesen belegt ist. Von hier werden sämtliche Räume des Erdgeschosses erschlossen (Türen und Türklinken sind bauzeitlich), eine breite Treppe führt ins Obergeschoss. Auf dem Treppenabsatz befindet sich eine Toilette. Die Zimmer weisen sowohl im Erdgeschoss als auch im Obergeschoss mehr oder weniger aufwendige Stuckleisten auf.Wohn- und Esszimmer im Erdgeschoss sind durch eine Schiebetür miteinander verbunden. Die Küche hat noch die Speisekammer und einen niedrigen Speiseschrank, der sich unter der Toilette auf dem Halbstockwerk befindet.Die Zimmerfolge im Obergeschoss ist ebenfalls erhalten, auch hier gibt es Stuckleisten, die jedoch bis auf ein Zimmer weniger aufwendig sind, als im Erdgeschoss.

Die Treppe führt weiter bis ins Dachgeschoss, wo sich die Personalräume und der Trockenboden befanden.Das Haus ist bedeutend für die Geschichte des Menschen, hier für die Stadtgeschichte von Lüdenscheid, da es die Lebensweise des gehobenen Bürgertums in Lüdenscheid auf hervorragende Weise bezeugt. Das verhältnismäßig kleine Haus hat im Erdgeschoss die Wohn- und Repräsentationsräume, sowie die dazugehörigen Wirtschaftsräume (Küche). Selbst in diesem wohlhabenden Haushalt befand sich die Toilette noch auf dem Halbstockwerk, ob im Obergeschoss ein Bad war, lässt sich aus den Plänen nicht mehr ermitteln.

Das Haus spiegelt im Inneren was es im Äußeren an der Straßenfassade verspricht. Wie die Fassade so sind auch die Räume durchaus repräsentativ und Für die Erhaltung und Nutzung liegen wissenschaftliche, hier architekturhistorische Gründe vor, da der Bau ein gut erhaltendes Beispiel für den Historismus des Kaiserreiches darstellt. Weiterhin liegen für die Erhaltung und Nutzung städtebauliche Gründe vor, da die Ausrichtung des Hauses mit dem Erker sehr deutlich Bezug auf die Philippstraße nimmt. Das Haus schafft einen Blickfang für diejenigen, die die Straße hinunterkommen.