Der Denkmalumfang bezieht sich auf den runden Schornstein, mit auffälliger, schraubenförmig steigender Verzierung aus gelbem Ziegelsteinmaterial. Auch der Schornsteinkopf ist mit diesem Material ausgeführt, diesmal aber durch horizontal eingelegtes Ziegelmaterial. Der Kaminkopf ist darüber hinaus durch vor- und rückragende Simsbänder horizontal gegliedert. Zugehörig zu dem Schornstein ist ein schlichtes, eingeschossiges Werkstattgebäude mit geputzten Fassaden, Eisensprossenfenstern mit Oberlicht und Flachdach.

Die rechts liegende Zugangstür ist eine moderne Zutat. Bauherr war Herr W. Trögeler, der mit Datum vom 22.02.1912 den Bau eines Wohnhauses und einer Lackiererei auf dem heutigen Grundstück Bergstraße 5 in Lüdenscheid, beantragte. Aus dem dreieckigen Zuschnitt des Grundstückes heraus erklärt sich auch der Grundriss des Werkstattgebäudes. Dieses wurde als Grenzbebauung in eine Grundstücksspitze hin-eingeplant. Der Schornstein steht dabei im rückwärtigen Schnittpunkt der Parzellengrenzen. Der Planer war p. pa. W. Winter, Baugeschäft in Lüdenscheid. Die Baugenehmigung der Stadt ist auf den 09.03.1912 datiert. Die Errichtung aller Gebäude erfolgte noch im Jahr 1912.

Im Jahre 1919 änderte sich die Nutzung dieses Gebäudes in die einer Gießerei und Schleiferei. Das öffentliche Interesse liegt darin, dass dieses Denkmal u.a. bedeutend ist für die Ge-schichte des Menschen, hier seiner Bau- und Architekturgeschichte. Die Architektur und damit das ästhetische Erscheinungsbild entspricht der Zeit um die Jahrhundertwende. Die Ausführung in der oben beschriebenen Form bekräftigt eine herausragende handwerkliche Arbeit. Gerade die schraubenförmige, farbig betonte Verzierung als Gestaltungselement zu mauern, erfordert präzise und aufwändige Mauerwerksarbeit. Dies gilt auch für den Schornsteinkopf.

Für die Erhaltung und Nutzung liegen vor allem wissenschaftliche Gründe vor. Nach Auskunft der Deutschen Gesellschaft Feuerfest- und Schornsteinbau kann für das Gebiet BRD nur noch ein vergleichbarer Schornstein in Hinblick auf die schraubenförmige Verzierung nachgewiesen werden. Es handelt sich hierbei um einen achteckigen Schornstein von 1891 des ehemaligen Schlachthofes Gotha. Ein weiterer, in Hinblick auf die Verzierung vergleich-barer Schornstein gehört zum Schloss Aranjonez in Spanien. Weitere vergleichbare Schornstein dieser Bauart können von hier aus nicht mehr benannt werden. Aus diesem Grund kommt dem oben beschriebenen Schornstein eine herausragende dokumentarische Bedeutung zu.