129. Grabstätte Assmann (Alter evangelischer Friedhof)

Bei der Auflösung eines Nachbarbegräbnisses wurde 1979 festgestellt, dass sich auf der Grabstätte F. W. Assmann eine große Gruft befinden muss. Neuerliche Ortsbesichtigungen mit Tiefenmessungen ergaben, dass sich auf den Feldern 55/56 in vollem Umfang eine große Gruft befindet. Daran schließt sich eine Erdbestattung an (Feld 57/58), auf die eine Sargkammer auf den Feldern 59/60 folgt. Die Erdbestattung auf dem Feld 57/58 ist somit beidseitig von Mauern eingeschlossen. Belegt wurden diese Grabstätten zwischen 1868 und 1920, wobei diese Belegungen unberührt sind. Bestatte wurden u. a. dort die Brüder Theodor und Julius Assmann, die im öffentlichen Leben Lüdenscheids als Mitbegründer der Lüdenscheider Industrie hervorgetreten sind.

Die Vielfalt der Begräbnisformen in einer einzigen Grabstätte ist für Lüdenscheid sehr selten und lässt Rückschlüsse auf die Art und Weise der Bestattung bedeutender Lüdenscheider Bürger zum Ende des 19. Bzw. beginnenden 20. Jahrhunderts zu. Für die Eintragung in die denkmalliste liegen wissenschaftliche Gründe vor, da durch diese Grabstätte frühere Formen von Beerdigungen belegt werden können. Insbesondere ist dies, auch aus sozialhistorischen Gründen, wichtig im Hinblick auf die wechselnde Bauweise, eben einer Gruft, einer Sargkammer um einem Erdbegräbnis. Über der Begräbnisstätte ragt ein bereits im Jahr 1989 unter Denkmalschutz gestelltes Denkmal "Die Trauernde" Aus Zinnguss von Pohlmann. Im Zusammenhang mit diesem Grabdenkmal gewinnt die Begräbnisstätte eine herausragende Bedeutung.