16. Friedrichstraße 35 - 41

Die Häuser sind Teile des Ensembles, bei dem es sich um die Bebauung der Straßengabelung Friedrich-/Bahnhof-/Karolinenstraße handelt, die geprägt wird durch Neubarockbauten mit Ladeneinbauten in den Erdgeschossen. Die jeweiligen Eckbauten erfahren eine besondere Betonung durch Eckerker und Ecktürme. Auch das im Jahr 1886 erbaute und jahrzehntelang als Bäckerei genutzte Eckgebäude Lessingstr.22 weist einen solchen charakteristischen Eckturm auf. Der ins¬gesamt neunachsige, reich mit Stuckornamenten versehene Bau steht mit jeweils vier Achsen an der Lessing- und an der Friedrichstraße.

Die abgeschrägte Eckachse weist den Haupteingang sowie den von Voluten getragenen Eckerker auf. Der in der Friedrichstraße zu findende Nebeneingang stammt aus dem Jahr 1916. Abgesehen von den erneuerten und entstellenden Eingangstüren an der Lessingstraße und den Werbeanlagen entspricht dieses Gebäude in seiner äußeren Erscheinung noch völlig dem Zustand zum Zeitpunkt seiner Erbauung und stellt in der Situation dieser Straßengabelung ein herausragendes stadtbildprägendes Element dar.

Im Jahr 1888 wurde unmittelbar an das bestehende Eckhaus das Gebäude Frie¬drichstr.37 angebaut. Es handelt sich um ein dreigeschossiges giebelständiges Gebäude zu vier Achsen, dessen Erdgeschoß im Jahr 1934 durch den Ausbau des heute noch vorhandenen Schaufensters verändert wurde. Ursprünglich befanden sich hier wie in den Obergeschossen kleinformatige Fenster. Neun Jahre später, 1897, wurde das Doppelhaus Friedrichstr.35/35 a errichtet. Beide Gebäude sich dreigeschossig, wobei das Haus Friedrichstr.35 ein erhöhtes Erdgeschoß aufweist.

Der Eingang dieses Gebäudes ist daher nur über eine Treppe zu erreichen und liegt in der zurückspringenden linken der insgesamt vier Achsen dieses Hauses. Die rechte Gebäudeachse ist dagegen im Erdgeschoß und im ersten Obergeschoß als Risalit ausgebildet und deutlich anders gestaltet als die übrigen Achsen. Das Dach dieses Hauses ist mit zwei Gauben versehen. Das Gebäude Friedrichstr.35 a ist etwas niedriger als das Nachbarhaus und zu vier gleichmäßigen Achsen ausgebildet. Zur Zeit der Erbauung wies das Haus im Erdgeschoß ein Schaufenster auf, das jedoch 1910 ebenso wie die Eingangstür durch Fenster ersetzt wurde.

Der Eingang befindet sich seither an der rechten Giebelseite des traufenständigen Hauses. Das Gebäude ist durch mehrere Gurtgesimse deutlich horizontal gegliedert, während das Haus Friedrichstr.35 durch die kräftige Vergiebelung der Fenster und den Risalit eine vertikale Gliederung erfährt. Aufgrund der unterschiedlichen Höhe der Gebäude und der nicht identischen Geschoßhöhe ist bei diesen Gebäu¬den nicht zu erkennen, daß es sich um ein Doppelhaus handelt.