72. Corneliusstraße 44 (Stadtbücherei)
Denkmalwertbegründung
Bei dem Gebäude handelt es sich um einen neurenaissancehaften Bau mit dreigeschossiger Schaufassade. Die Fassade ist durch Pilaster in drei Traveen gegliedert. Das Erdgeschoss ist in Quaderputz gehalten, wobei jede der drei Traveen drei Rundbogenfenster enthält. Das erste Obergeschoss ist als Mezzaningschoss mit je zwei rundbogigen Zwillingsfenstern pro Travee ausgebildet. Im zweiten Obergeschoss befinden sich übergroße Rundbogenfenster mit Schlußsteinen. Das Kranzgesims stellt sich als Konsolgesims mit einem Zahnschnittfries dar.
Das Gebäude wurde im Jahr 1892 erbaut und diente dem Lüdenscheider Konsumverein bis 1936 als Kaufhaus. In diesem Jahr wurde das Gebäude von der Stadt Lüdenscheid erworben und für die damalige Volksbücherei umgebaut, die dort 1937 einzog. Seither wird das Gebäude als Bücherei genutzt.
Aufgrund der bisherigen Nutzung ist das Gebäude bedeutend für die Geschichte der Stadt Lüdenscheid. Das Gebäude ist darüber hinaus auch baugeschichtlich von Bedeutung. Passend zu der ursprünglichen Nutzung als Kaufhaus ist die der Gründerzeit entsprechenden Verwendung des Baustils der (venezianischen) Renaissance für einen Bau des Handels als Anspielung auf die wirtschaftliche Stellung des alten Venedigs.
Historisches
Aufgrund der Ausschreibung eines Architektenwettbewerbs im Jahre 1979 wurde das Gebäude Corneliusstraße 44 umgebaut. So ist durch den Um- und Erweiterungsbau des Gebäudes in Verbindung mit angrenzenden Gebäuden ein Gesamtkomplex Stadtbücherei geschaffen worden. Die Durchführung der Baumaßnahmen erfolgte in den Jahren 1984 bis 1989. So bildet die Fassade des Gebäudes Corneliusstraße 44 heute die Rückseite des Komplexes der Stadtbücherei. Die Eröffnung der neugestalteten Stadtbücherei hat am 23. November 1989 stattgefunden.
Eigentümerin des Gebäudes ist die Stadt Lüdenscheid. Der Eintrag in die Denkmalliste der Stadt Lüdenscheid unter der laufenden Nummer 72 wurde am 09. Februar 1988 durchgeführt.