Auf der Grundlage der Lärmkartierungsergebnisse wird in einem nächsten Schritt der Lärmaktionsplan erarbeitet. Hierzu ist die Stadt Lüdenscheid bei Lärmproblemen, die sich aus Überschreitungen der Auslösewerte durch den Straßenverkehr ergeben, verpflichtet. In dem Prozess der Lärmaktionsplanung sollen Lärmprobleme verdeutlicht und Maßnahmen für die Senkung der Lärmbelastung erarbeitet werden. Diese Maßnahmen sind vielfältig wie z.B. Anordnung von Geschwindigkeitsbegrenzungen, Durchführung von Fahrbahnsanierungen, verkehrsverlagernde Maßnahmen etc..

Die Umsetzung von Lärmschutzmaßnahmen löst teilweise Synergieeffekte aus: Beispielsweise wird bei der Umsetzung von Geschwindigkeitsbegrenzungen auf Tempo 30 auf Straßen mit starker Belastung und hoher Betroffenheit die Lärm- und Luftbelastung vermindert und parallel dazu die Unfallhäufigkeit und –schwere verringert. In das Thema Lärmminderung spielen die verschiedensten Handlungsfelder mit hinein. Auch die Stadtplanung ist durch den Aspekt, dass es bei zu hoher Lärmbelastung zu einem sozialen und wirtschaftlichen Niedergang eines Straßenzuges bzw. Stadtviertels kommen kann, berührt. Ein Lärmaktionsplan wirkt sich somit auf andere Planungen und Konzepte wie z.B. Bauleitpläne, Verkehrspläne, Mobilitätskonzepte, Klimaschutzkonzepte, Luftreinhaltepläne aus; er dient also einer gesamtplanerischen Lösung und bietet in seiner gesamtstädtischen Bedeutung für den Umwelt- und Gesundheitsschutz ein Instrument, die Lebensqualität der Bürgerinnen und Bürger in der Stadt zu erhöhen. Auch Lärmminderung schafft somit urbane Lebensqualität. Aufgrund dieser Bedeutung für die Bürgerinnen und Bürger hat der Gesetzgeber als wesentlichen Bestandteil in der Bearbeitung des Lärmaktionsplanes die Beteiligung der Öffentlichkeit und deren Mitwirkung im Aufstellungsprozess gesetzlich verankert.

Die Bürger und Bürgerinnen können in der Regel keine unmittelbaren Rechtsansprüche zur Durchsetzung von Lärmminderungsmaßnahmen ableiten – der beschlossene Plan ist jedoch behördenverbindlich. In diesem Zusammenhang ist zu berücksichtigen, dass der Landesbetrieb Straßenbau Nordrhein-Westfalen (Straßen NRW) für die Bundesautobahn und seit 01.01.2014 auch für alle weiteren lärmkartierten Straßen als Baulastträger zuständig ist.

Für die 1. und 2. Stufe liegt dieser Plan bereits vor, wurde aber weder politisch beschlossen noch die darin enthaltenen Maßnahmen umgesetzt. In der jetzigen 3. Stufe wurde das Büro LK Argus, Kassel mit der Neubearbeitung des Lärmaktionsplans beauftragt. Dementsprechend bewertete das Büro auf der Grundlage der aktuellen Lärmkartierung die Lärmbelastungssituation neu und bildete bei Überschreitung der Auslösewerte Abschnitte mit hohen Lärmbetroffenheiten der Anwohner. Für diese sog. Maßnahmenbereiche wurden Maßnahmenempfehlungen, die nach Prioritäten eingestuft sind, gegeben. Dabei wurden die bereits in der 2. Stufe gegebenen Maßnahmenempfehlungen aktualisiert und fortgeschrieben sowie weitere Maßnahmen für die neuen Abschnitte entwickelt.

Es besteht die Möglichkeit, den Entwurf des Lärmaktionsplans der 3. Stufe im Anschluss an diesen Text herunter zu laden.

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Lärmaktionsplan der Stadt Lüdenscheid
(121 Seiten)

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