Nachhaltiges und ökologisches Bauen genießt in Deutschland sowie weltweit bereits heute einen hohen Stellenwert; abzulesen an den zahlreichen Initiativen und Non-Profit-Organisationen, die sich gegründet und der Förderung nachhaltiger Bauweise verschrieben haben.

Um beim Bau von den aktuellen Energiestandards entsprechenden Häusern Nachhaltigkeitskriterien und deren Einhaltung zu dokumentieren, wurden unterschiedliche Zertifizierungen auf den Weg gebracht, von denen das US-amerikanische LEED (Leadership in Energy and Environmental Design) und in Deutschland die DGNB-Zertifizierung (Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen) sicherlich die bekanntesten sind.

International gibt es eine Vielzahl verschiedener Zertifizierungssysteme, welche unterschiedliche Herangehensweisen und Zielsetzungen formulieren. Dass es verschiedene Ausprägungen von Zertifikaten für das nachhaltige Bauen gibt, liegt an den unterschiedlichen Voraussetzungen und technischen Standards innerhalb der jeweiligen Länder. Die Zertifizierung von Gebäuden ist aber ein Instrument, das sich mittlerweile weltweit etabliert hat, um nachhaltiges Bauen zu bewerten und damit auch zu fördern.

Das Gesicht des nachhaltigen Bauens in Deutschland ist die DGNB, die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen DGNB e. V., welche 2007 gegründet wurde und das DGNB-Zertifizierungssystem 2009 eingeführt hat. Dieses soll u. a. dazu dienen, Anreize zu schaffen, sich in der Planungs- und Konstruktionsphase sowie im Gebäudebetrieb für mehr Nachhaltigkeit in der gebauten Umwelt einzusetzen und den gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes unter Nachhaltigkeitsgesichtspunkten zu bewerten. Gerade bei größeren Projekten wird die Zertifizierung häufig auch als Management Tool eingesetzt.

Das System baut auf dem Lebenszyklusgedanken auf und bezieht, neben den ökologischen Aspekten auch ökonomische und soziokulturelle Themen ein - also alle drei Säulen der Nachhaltigkeit.

Die Grundstruktur zur Bewertung der Nachhaltigkeitsqualität von Gebäuden wurde in einem Gemeinschaftsprojekt  von der DGNB und dem damaligen Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) entwickelt, wodurch gewährleistet ist, dass es im Einklang mit den in Deutschland vorhandenen politischen Positionen und Zielsetzungen steht.

Während das BMVBS diese Grundlage passgenau für die Eigenbewertung von Bundesbauten präzisiert hat (sogenanntes BNB System), entwickelte die DGNB daraus ein vollständiges Zertifizierungssystem für verschiedenste Gebäudenutzungen und Quartiere.

Mittlerweile spielt das Thema Nachhaltigkeitszertifizierung auch bei bundesweiten Bauförderungen eine immer größere Rolle, so dass die Bundesregierung seit April 2022 diese auch mit einem Bonus unterstützt. Informationen zum sogenannten Qualitätssiegel Nachhaltiges Bauen (QNG) finden Sie in den unten aufgeführten Links.