Wir sind zunehmend dabei die analoge Welt, wie wir sie kannten und gewohnt waren, hinter uns zu lassen. Die Zukunft ist digital und vernetzt. Wie wir damit umgehen, wie weit wir uns auf digitale Abläufe und neue Strukturen einlassen, bedarf einer intensiveren Betrachtung und das Offenlegen des Für und Wider der Nutzung digitaler Techniken. Denn Digitalisierung kann nur gelingen, wenn Menschen sie akzeptieren, wenn wir sie in zukünftige Prozesse einbinden und Digitalisierung den Menschen in ihrem Alltag Hilfestellung bietet. Der Mensch muss bei aller Entwicklung im Mittelpunkt stehen!

Kommunen und die in ihnen lebenden Menschen sind die Treiber dezentraler Entwicklungen, in diesem Fall einer digitalen Wende. Doch nicht alle Kommunen sind gleichermaßen gut aufgestellt, digitale Szenarien zu entwickeln und umzusetzen. Jede Stadt interpretiert Digitalisierung anders, da jede Stadt anders "tickt", andere Voraussetzungen mit sich bringt, anders strukturiert ist.

Im Zuge einer sich ständig verändernden, globalisierten Welt schafft Digitalisierung viele Möglichkeiten, sei es im vernetzten Miteinander oder im Aufdecken neuer bisher unbekannter Kommunikationsstrukturen. Gleichzeitig stellt die Digitalisierung Kommunen vor große Herausforderungen und Probleme. Themen wie demografischer Wandel, der zunehmende Klimawandel, wirtschaftliche Entwicklung, Migration, Bildung und Nachhaltigkeit sind drängende Themen. Digitalisierung bietet insbesondere im Ansatz Chancen, indem Themenbereiche miteinander verknüpft werden, die bisher parallel liefen. Gerade der ganzheitliche Ansatz macht eine Smart City, macht Digitalisierung aus!

Wer wünscht sich nicht ein Szenario, bei dem Behördengänge über das Handy nebenbei erledigt werden können!? Digitalisierung hilft dabei, Strukturen neu zu denken, Prozesse anders zu gestalten - und dies nachhaltig und kostengünstig. Digitalisierung dient aber auch dazu, unsere Kommune lebenswert, modern zu gestalten und zu einem weiterhin starken Wirtschaftsstandort auszubauen.

Dabei darf der Mensch nicht auf der Strecke bleiben, sondern muss vielmehr in die neu zu strukturierenden Wege und Möglichkeiten integriert werden, muss nicht nur Bestandteil sein, sondern selbst die Richtung und die sozial gerechte Entwicklung hin zu einer digitalen Stadt bestimmen!

Was ist also der Weg?

Bauleitplanung, Smart Parking, intelligente Müllbeseitigung, digitale Bildung. Nur einige Schlagworte, die darstellen, dass die Verwaltung Ihre Aufgabe verstanden hat und sich digital entwickelt - und das mit Augenmaß!

Digitalisierung benötigt mehr als einzelne Projekte und Ideen. Sie benötigt eine vorbereitende strategische Planung. Daher wird die Stadt Lüdenscheid in den kommenden Monaten eine Digitalstrategie entwickeln und die bereits vorhandenen Ideen und Projekte bündeln und sichtbarer machen. Zudem soll geprüft werden, wie Digitalisierung einen Beitrag leisten kann, um bereits vorhandene Visionen - Strategien und Planungen - zu ergänzen.

Zur Vorbereitung wird es hierzu in 2021 mit Fachleuten der Universität Siegen vorbereitende Workshops geben, um das, für unsere Stadt im Bereich einer zielführenden und nachhaltigen Digitalisierungsstrategie, Wichtige und Notwendige herauszuarbeiten und in einem zweiten Schritt gemeinsam mit der Bevölkerung zu erarbeiten bzw. zu verwirklichen.

Smart City in unserem Verständnis meint eine zukunftsfähige, sich nachhaltig entwickelnde Stadt, die sich in höchster Verantwortung für Ihre MitbürgerInnen lebenswert aufstellt.Dabei sehen wir Digitalisierung in unmittelbarem Bezug zur Nachhaltigkeitsstrategie der Stadt, denn Digitalisierung kann als Werkzeug dienen, unsere Stadt nachhaltiger aufzustellen.

Es gibt viele Möglichkeiten und Wege Digitalisierung zu gestalten - wichtig ist, dies mit Augenmaß und Umsicht zu tun und den Menschen dabei nicht aus dem Auge zu verlieren.

Dafür braucht es unser aller Engagement!