Beschleunigter Neubau der Talbrücke Rahmede

Spitzengespräch zur Vollsperrung der A45: Bund und Land sagen umfassende Hilfen zu

Lüdenscheids Bürgermeister Sebastian Wagemeyer im Gespräch mit Medienvertretern. Neben dem Lüdenscheider Bürgermeister stehen NRW-Verkehrsministerin Ina Brandes (links) und Elfriede Sauerwein-Braksiek von der Autobahn GmbH des Bundes.
Lüdenscheids Bürgermeister Sebastian Wagemeyer im Gespräch mit Medienvertretern. Neben dem Lüdenscheider Bürgermeister stehen NRW-Verkehrsministerin Ina Brandes (links) und Elfriede Sauerwein-Braksiek von der Autobahn GmbH des Bundes. Foto: Guido Raith

Ein massiv beschleunigter Neubau der maroden und voll gesperrten Talbrücke Rahmede, ein enger Austausch zwischen allen Beteiligten und umfassende finanzielle und personelle Unterstützung: Das haben Bund und Land der Stadt Lüdenscheid, dem Märkischen Kreis und der Region Südwestfalen am Montag, 13. Dezember, zugesichert. Bei dem rund zweistündigen Spitzengespräch im Rathaus ging es außerdem um die Auswirkungen, die die Vollsperrung der A45 bei Lüdenscheid mit sich bringt.

Die aktuelle Situation mit verstopften Straßen, Staus und Schwerlastverkehr im Stadtgebiet habe in vielerlei Hinsicht "dramatische Folgen" und sei gefährlich für heimische Unternehmen und Bürger, stellte Bürgermeister Sebastian Wagemeyer klar. Auch der Rettungs- und Winterdienst sowie die Müllabfuhr stünden vor gewaltigen Schwierigkeiten. Die Vollsperrung der Talbrücke und der A45 sei nicht zu ändern. Gerade deswegen sei "jetzt nicht die Zeit der Bedenken" und "der jahrelangen Abwägung", sagte Wagemeyer: "Es ist jetzt die Zeit des Handelns."

Das Stadtoberhaupt forderte unter anderem schnelle Lösungen, um den Lkw-Verkehr weitestgehend aus dem Stadtgebiet zu verbannen. Wagemeyer brachte Nummernschild-Scans oder eine Maut als mögliche Optionen ins Gespräch. Darüber hinaus warb er für eine schnelle Abwicklung der Baustellen entlang der Bundesstraßen und Unterstützung für Gewerbetreibende. Besonders betonte Wagemeyer auch die Wichtigkeit "schneller, unbürokratischer und effektiver" Hilfen für Menschen, die entlang der Autobahn-Umleitungsstrecken wohnen.

Forderung: zwei bis vier Jahre für neue Autobahnbrücke

Und schließlich: der Neubau der Talbrücke. Wagemeyer forderte hierfür ebenso wie Landrat Marco Voge und heimische Wirtschaftsvertreter ein deutliches beschleunigtes Vorgehen. Der Tenor: ein deutlich beschleunigtes Planungs-, Genehmigungs- und Bauverfahren. Idealerweise sollte innerhalb von zwei bis vier Jahren eine neue Brücke in der Rahmede errichtet werden. Das sei nicht nur für die Bürgerinnen und Bürger, sondern auch für die vielen Unternehmen in der bundesweit drittgrößten Industrieregion von entscheidender Bedeutung.

Teilnehmende des Spitzengesprächs äußern sich vor dem Lüdenscheider Rathaus vor Medienvertretern.
"Erstens muss die Brücke schnell wieder für den PKW-Verkehr flottgemacht werden. Zweitens muss der Verkehrsfluss auf den Umleitungsstrecken weiter verbessert werden. Drittens muss der Ersatzneubau der Brücke beschleunigt werden", erklärte NRW-Verkehrsministerin Ina Brandes. Foto: Guido Raith

Elfriede Sauerwein-Braksiek kündigte an, planungsrechtliche Hindernisse schnellstmöglich aus dem Weg räumen zu wollen. Die Leiterin der Niederlassung Westfalen der Autobahn GmbH kündigte unter anderem schnelle Gespräche mit Naturschutz- und Fachbehörden sowie Grundstückseigentümern an. "Wenn es nach mir geht, sollte die neue Brücke in fünf Jahren stehen", sagte Elfriede Sauerwein-Braksiek. Allerdings benötige der Neubau einer Talbrücke "einiges an Ingenieurskunst und Logistik".

"Tagesaktuelle" Nachbesserungen für Umleitungen

Gerhard Rühmkorf aus dem Bundesverkehrsministerium und die nordrhein-westfälische Verkehrsministerin Ina Brandes versprachen, sich für einen beschleunigten Neubau und Verbesserungen der Verkehrssituation auf den Umleitungsstrecken einsetzen zu wollen. Außerdem soll die Talbrücke Rahmede schnellstmöglich verstärkt und damit zumindest wieder für den Pkw-Verkehr freigegeben werden. Laut Autobahn GmbH wird das mindestens drei Monate dauern.

Petra Beckefeld, technische Direktorin des Landesbetriebs Straßen.NRW, versprach "tagesaktuelle Nachjustierungen", um die Verkehrssituation für Lüdenscheid zu verbessern. Die auf den Autobahnen eingerichteten großräumigen Umleitungen des Verkehrs zeigten erste Erfolge, sagte Elfriede Sauerwein-Braksiek. Rund 50 Prozent des Gesamt- und 60 bis 70 Prozent des Lkw-Verkehrs würden bereits an den Autobahnkreuzen Westhofen, Olpe und Frankfurt umgeleitet.

Task Force kommt Anfang Januar erneut zusammen

Die Teilnehmenden des Spitzengesprächs, darunter auch heimische Landtags- und Bundestagsabgeordnete, verständigten sich auf die Bildung einer Task Force. Anfang Januar will die Arbeitsgruppe erneut zusammenkommen.

Die Rede, mit der der Bürgermeister das Spitzengespräch eröffnete, steht weiter unten in voller Länge als PDF-Dokument zur Verfügung.

Bürgermeister Sebastian Wagemeyer fasst die Ergebnisse des Spitzengesprächs zusammen