Neuer Brandschutzbedarfsplan für die Feuerwehr

Grundlage für Planung der kommenden fünf Jahre

Der Erste Beigeordnete Fabian Kesseler (links) und der Leiter der Feuerwehr Lüdenscheid, Christopher Rehnert, stellten den Brandschutzbedarfsplan vor.
Der Erste Beigeordnete Fabian Kesseler (links) und der Leiter der Feuerwehr Lüdenscheid, Christopher Rehnert, stellten den Brandschutzbedarfsplan vor. Foto: Schulte-Zakotnik

Im Bau- und Verkehrsausschuss im November stellte die Stadt Lüdenscheid den Entwurf für einen neuen Brandschutzbedarfsplan vor. Einstimmig votierten dieser Ausschuss und einige Tage später auch der Haupt- und Finanzausschuss für die Fortschreibung des Plans. Am 13. Dezember muss nun noch der Rat zustimmen. Im Vorfeld informierten Christopher Rehnert, Leiter der Feuerwehr Lüdenscheid, und der zuständige Fachbereichsleiter und Erste Beigeordnete Fabian Kesseler über die Details des neuen Plans, der nach Inkrafttreten fünf Jahre gelten soll.

"Mit den aufgezeigten Grundlagen und diesen Kameradinnen und Kameraden der Feuerwehr stehen wir gemeinsam für ein Lüdenscheid mit zukunftssicherem Brandschutz und Rettungswesen durch Ehren- und Hauptamt", ist Fabian Kesseler überzeugt.

In wenigen Minuten am Einsatzort

Betrachtet wird im Brandschutzbedarfsplan, wie die hauptamtlichen und die freiwilligen Einsatzkräfte mit den entsprechenden Einsatzfahrzeugen innerhalb von vorgegebenen Zeiten am Einsatzort eintreffen. Wie viele Minuten im Schnitt für die Anfahrt einkalkuliert werden, hängt auch davon ab, welche Bebauung in dem jeweiligen Stadtviertel vorherrscht. "Die Situation, die ich an einem Einfamilienhaus vorfinde, ist in der Regel für den Einsatzleiter relativ übersichtlich, so dass vor Ort direkt mit dem Lösch- oder Rettungseinsatz begonnen werden kann. Bei einem mehrstöckigen Gebäude in der Innenstadt, dauert es länger, sich ein Bild der Lage zu verschaffen. Zudem sind mehr Einsatzkräfte und zusätzliche Fahrzeuge, wie zum Beispiel eine Drehleiter, erforderlich", erklärt Feuerwehrchef Rehnert.

Wie genau diese so genannten Eintreffzeiten und Funktionsstärken in den verschiedenen Stadtgebieten beziffert sein müssen, das ist im Brandschutzbedarfsplan genau definiert. Mit diesen Zahlen wird unter anderem abgeglichen, ob die Personalstärken, Ausrüstungsstandards und notwendige Aus- und Fortbildungsmaßnahmen ausreichend sind.

Mitgliederwerbung und Dialog mit Arbeitgebern

Laut Kesseler und Rehnert stehen aktuell sowohl bei den hauptamtlichen Kräften als auch bei der Freiwilligen Feuerwehr ausreichend Kräfte zur Verfügung. Bei der Hauptwache mache sich nun positiv bemerkbar, dass die Stadtverwaltung seit dem Jahr 2019 sukzessive zusätzliche Kräfte eingestellt hat. "In den kommenden Jahren werden wir aber zusätzliche Kräfte bei der Freiwilligen Feuerwehr benötigen. Denn wenn wir uns die Altersstruktur bei den Einsatzkräften dort anschauen, sehen wir, dass wir Nachwuchs benötigen", erklärt Christopher Rehnert. Zurzeit sind in Lüdenscheid 184 ehrenamtliche Feuerwehrleute an den fünf Standorten der Löschzüge engagiert.

Neben der Mitgliederwerbung in allen Altersgruppen sieht Fabian Kesseler vor allem auch den Dialog mit Arbeitgebern, die ehrenamtliche Feuerwehrleute beschäftigen, als einen ganz wichtigen Ansatzpunkt. Um mehr Akzeptanz zu schaffen, wenn ein Beschäftigter seinen Arbeitsplatz wegen eines Einsatzes verlassen muss, sei es auch erforderlich, über den Mehrwert für Arbeitgeber durch die Beschäftigung von Feuerwehrleuten zu sprechen.

Die personelle und die technische Ausrüstung sind ein Faktor. Wesentlich ist aber auch die Lage und Ausstattung der Feuerwehrgerätehäuser und der Hauptwache für eine optimale Erreichbarkeit der Einsatzorte in Lüdenscheid. Deshalb arbeitet die Stadt bereits daran, neue Gebäude für die Feuer- und Rettungswache sowie für die Feuerwehr-Gerätehäuser für vier der fünf Löschzüge zu planen.

Lüdenscheid, 09. Dezember 2021