Kontaktbeschränkungen auch im Privaten

Verschärfte Corona-Regeln für den Märkischen Kreis

Zwei medizinische Masken liegen auf der ausgedruckten Corona-Schutzverordnung.
Die verschärften Corona-Regelungen für den Märkischen Kreis gelten zunächst vom 19. bis einschließlich 28. März. Symbolfoto: Sven Prillwitz

Wegen der hohen und weiter steigenden Sieben-Tage-Inzidenz verschärft der Märkische Kreis die Corona-Regeln: Ab Freitag, 19. März, gelten die Kontaktbeschränkungen der Corona-Schutzverordnung auch im öffentlichen Raum. Darüber hinaus wird die Maskenpflicht auf einen 150-Meter-Umkreis von Schulen und Kitas ausgeweitet und gilt jetzt auch für Beifahrer.

Seit dem 8. März sind die Infektionszahlen im Märkischen Kreis und damit der Inzidenzwert gestiegen - von damals 126,8 auf inzwischen 180,9 (Stand: 18. März). Als Hauptursache dafür nennt der Märkische Kreis in einer Pressemitteilung Ansteckungen im privaten Raum, die 70 Prozent aller Infektionen ausmachten. Darüber hinaus sei die ansteckendere britische Virusmutation B.1.1.7 inzwischen vorherrschend und werde in beinahe 65 Prozent aller Fälle nachgewiesen. Die Zahl der auf den Intensivstationen behandelten Corona-Infizierten sei stabil, steige im Kreisgebiet aber weiter an.

Vor diesem Hintergrund handle es sich bei den Maßnahmen um "zielgerechte und präzise Verschärfungen", wird Landrat Marco Voge in der Pressemitteilung zitiert. Die strengeren Corona-Regeln seien mit dem nordrhein-westfälischen Gesundheitsamt abgestimmt worden. Lüdenscheids Bürgermeister Sebastian Wagemeyer appelliert vor diesem Hintergrund erneut an alle Bürgerinnen und Bürger, sich an die Corona-Regeln im Allgemeinen und die Kontaktbeschränkungen im Besonderen zu halten: "Damit schützen Sie sich und vor allem andere."

Die Verschärfungen im Einzelnen:

1. Kontaktbeschränkungen im privaten Raum

Ab dem 19. März dürfen auch privat maximal fünf Personen aus zwei Haushalten zusammenkommen. Kinder unter 14 Jahren werden dabei nicht mitgerechnet. Generell sollten Kontakte so weit wie möglich reduziert werden. Außerdem fordert der Märkische Kreis, die AHAL-Regeln - Abstand, Handhygiene, Alltagsmaske, Lüften - auch im Privatbereich konsequent einzuhalten.

2. Maskenpflicht im Umfeld von Schulen und Kitas

Auch in einem Radius von 150 Metern um Schulen und Kindertagesstätten müssen Mund und Nase ab Freitag bedeckt sein. Damit soll das Ansteckungsrisiko "auf dem Heimweg oder auf dem Weg zu Bus und Bahn" verringert werden. Es gehe darum, "Ansammlungen ohne Schutzmasken vor und in der Nähe dieser Gebäude zu vermeiden", schreibt der Kreis. Die Regelung gilt für Schülerinnen und Schüler und sämtliche Personen, die auf dem Weg zu einer Schule oder einer Kindertagesstätte sind.

3. Maskenpflicht bei Fahrgemeinschaften

In Fahrzeugen könnten die Abstandsregeln nicht eingehalten werden. Zudem sei die "Belüftungssituation oft nicht optimal". Daher sollen medizinische Masken getragen werden, um das Infektionsrisiko zu minimieren. Lediglich die Person, die am Steuer sitzt, ist von dieser Regelung ausgenommen, die für Fahrgemeinschaften auf dem Weg zur Arbeit oder nach Hause gilt.

4. Rückverfolgbarkeit: Erweiterte Vorgaben

Die aktuelle Corona-Schutzverordnung erlaubt Jugendsport unter freiem Himmel mit bis zu 20 Kindern bis maximal 14 Jahre. Zwei Ausbilder oder Aufsichtspersonen sind ebenfalls gestattet. Ab Freitag müssen Name, Adresse und Telefonnummer sämtlicher Teilnehmer notiert werden. Das gilt auch für Angebote der Sozial- und Jugendhilfe. Mit dieser Regelung soll die Nachverfolgung von Infektionsketten sichergestellt werden.

Warum der Märkische Kreis die "Corona-Notbremse" nicht zieht

In der Pressemitteilung erklärt der Märkische Kreis auch, warum die "Corona-Notbremse" trotz der hohen und steigenden Inzidenzwerte bislang keine Option sei. Zum einen sei nicht allein die Anzahl der Infektionen sei für die Entscheidungen des Krisenstabs wichtig., Auch andere Faktoren wie etwa "deutliche Fortschritte durch die Impfungen der vulnerablen Gruppen, umfangreiche Testungen, konsequente Nachverfolgung" und die noch stabile Situation in den Krankenhäusern spielten eine Rolle. An den landesweiten vorsichtigen Öffnungen von Geschäften und Dienstleistern festzuhalten, solle zum anderen dabei helfen, "unnötige Mobilitätsströme in andere Kreise zu vermeiden".

Die Allgemeinverfügung des Märkischen Kreises gilt zunächst bis einschließlich 28. März - und damit so lange wie die aktuelle Corona-Schutzverordnung. Verstöße gegen die verschärften Regelungen können ebenfalls als Ordnungswidrigkeit mit einem Bußgeld geahndet werden.

Lüdenscheid, 19.03.2021

Links:

Die Pressemitteilung des Märkischen Kreises.

Hier geht es direkt zur Allgemeinverfügung des Märkischen Kreises.