Dämmung und Digitalisierung: VHS-Umbau im Alten Rathaus geht voran

Das Alte Rathaus in Lüdenscheid
Spätestens bis zum Ende des Jahres soll die VHS zurück ins Alte Rathaus ziehen. Foto: Merle Stickdorn

Energieeffizienter und barrierearm soll das Zuhause der Volkshochschule Lüdenscheid im Alten Rathaus werden - und diesem Ziel kommt das denkmalgeschützte Gebäude immer näher. Der Umbau wird über das Förderprogramm IHK-Altstadt finanziert und soll dazu beitragen, die Kultur- und Bildungslandschaft in der Altstadt zu stärken. Im Rahmen der Sanierung wird das Gebäude auch in Sachen Digitalisierung auf den neuesten Stand gebracht.

Die energetische Sanierung ist bereits weit fortgeschritten: Die neue Heizungsanlage ist eingebaut und Anfang des vergangenen Jahres wurden die alten Fenster gegen neue, denkmalgerechte Energiesparfenster ausgetauscht. Aktuell arbeiten die Handwerker an der Innendämmung der Außenwände. In vielen Räumen ist die acht Zentimeter dicke Dämmung bereits fertig angebracht und muss jetzt verputzt werden. "Die geforderten 30 Prozent Energieeinsparung werden eingehalten", erklärt Falk Dietrich von der Zentralen Gebäudewirtschaft (ZGW) und gibt sich zuversichtlich, dass nach Abschluss der Sanierung sogar mehr Energie eingespart wird.

Ein Raum auf einer Baustelle, in dem barrierefreie Toiletten entstehen sollen
In beiden Gebäudeteilen entstehen - wie hier - barrierefreie sanitäre Anlagen. Foto: Merle Stickdorn

Zur Barrierefreiheit tragen bald behindertengerechte Toiletten bei, die im Erdgeschoss der Alten Rathausstraße 1 und im 1. Oberge-schoss der Alten Rathausstraße 3 eingebaut werden. Über einen Aufzug, der sich im Innenhof zwischen der Alten Rathausstraße 1 und 3 befindet, werden beide Gebäudeteile barrierefrei zugänglich sein. Um das zu realisieren, wurde in den Obergeschossen stellenweise die Raumaufteilung verändert, um Flure zu schaffen. Während einzelne Räume dadurch kleiner geworden sind, sorgt an anderer Stelle ein Durchbruch für genügend Platz im zukünftigen Kreativraum.

Für den Aufzug wurde der Innenhof ausgeschachtet, um die "Unterfahrt", eine Art Keller, für den Aufzug zu bauen. Auf die Unterfahrt aus Beton wird ein Stahl-Glasgerüst montiert, in dem später der Aufzug fahren wird. Der Auftrag für die Stahlbauarbeiten wurde Anfang Februar 2021 an ein Stahlbauunternehmen verge-ben. Der Aufzug wird sich zwischen den beiden Gebäudeteilen in einem überdachten Bereich befinden.

Die Unterfahrt eines Aufbzugs im Bau
Ein Aufzug im Innenhof zwischen der Alten Rathausstraße 1 und 3 sorgt zukünftig für einen barrierefreien Zugang zu beiden Gebäudeteilen. Foto: Merle Stickdorn

Auf dem Plan stehen außerdem eine neue Sicherheitsbeleuchtung sowie eine Brandmeldeanlage. Im Rahmen der Digitalisierung werden neue Netzwerkdosen sowie Verteiler in jedem Geschoss zur Vorbereitung fürs Breitbandinternet montiert. Es sind zwei separate Netze vorgesehen: ein internes, städtisches Netz für die Mitarbeiter und eins für die Seminarteilnehmer. Für all das sind aktuell die Elektriker im Einsatz.

Die Arbeiten im Bereich der Digitalisierung sind zusätzlich zu den anderen Sanierungsmaßnahmen hinzugekommen. Die Kosten sind nicht durch das IHK-Altstadt-Förderprogramm abgedeckt, sondern werden aus Haushaltsmitteln der Stadt Lüdenscheid bezahlt. "Es macht Sinn, die Digitalisierung jetzt zusammen mit den anderen Sanierungsmaßnahmen in Angriff zu nehmen und nicht in ein paar Jahren wieder anzufangen", so Dietrich.

"Der zusätzliche Zeitaufwand kann in Kauf genommen werden, weil die Volkshochschule, die im August 2019 übergangsweise in die ehemalige Albert-Schweitzer-Schule umgezogen ist, am Ausweichstandort gut untergebracht ist", bekräftigt Dietrich. Wenn es gelingt, die Baustelle bis zum Sommer abzuschließen, kann die VHS zum kommenden Semester wieder zurück ins Alte Rathaus ziehen. Spätestens erfolgt der Umzug - sofern die Corona-Vorschriften es zulassen - bis zum Ende des Jahres.

Lüdenscheid, 17.02.2021