Märkischer Kreis: Inzidenzwert von 35 überschritten

Weil die Zahl der Corona-Neuinfektionen im Märkischen Kreis gestiegen ist, gilt teilweise eine verschärfte Maskenpflicht. Foto: Sven Prillwitz
Weil die Zahl der Corona-Neuinfektionen im Märkischen Kreis gestiegen ist, gilt teilweise eine verschärfte Maskenpflicht. Foto: Sven Prillwitz

Der Märkische Kreis hat den Inzidenzwert von 35 überschritten. Wegen der steigenden Infektionszahlen gelten ab Dienstag, 20. Oktober, für alle Kommunen im Kreis verschärfte Corona-Regelungen. Die Stadt Lüdenscheid verzichtet zunächst auf die Einführung der Maskenpflicht in Fußgängerzonen sowie von Sperrstunden für gastronomische Betriebe.

Der Märkische Kreis stellte am Montagnachmittag die Gefährdungsstufe 1 - mehr als 35 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen - offiziell per Allgemeinverfügung fest. Damit treten automatisch für alle Städte und Gemeinden im Kreisgebiet strengere Regelungen für Veranstaltungen und private Feiern in Kraft. Das sieht die neue Corona-Schutzverordnung des Landes Nordrhein-Westfalen vor. Im Einzelnen:

Konzerte und Aufführungen in geschlossenen Räumen

Eine Mund-Nasen-Bedeckung muss von allen Besucherinnen und Besuchern sowie den Beschäftigen im gesamten Gebäude - auch auf dem Sitzplatz - getragen werden.

Für das Kulturhaus Lüdenscheid sowie für alle anderen Veranstaltungsräume gilt deshalb ab sofort bis auf weiteres eine grundsätzliche Maskenpflicht bei allen Veranstaltungen vom Betreten bis zum Verlassen des Hauses.

Veranstaltungen und Versammlungen in geschlossenen Räumen

Bei Veranstaltungen und Versammlungen wie zum Beispiel Vortragsveranstaltungen oder Vereinsversammlungen müssen Besucherinnen und Besucher sowie Beschäftige - auch am Sitz-oder Stehplatz - eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen. Davon ausgenommen können höchstens Moderatoren oder Vortragende sein.

Sportveranstaltungen:

Eine Mund-Nasen-Bedeckung muss von allen Zuschauern auf der gesamten Sportanlage (Halle, Sportplatz, Stadion Vereinsgebäude) durchgängig getragen werden - auch am Sitz- oder Stehplatz.

Veranstaltungen und Versammlungen mit mehr als 1000 Personen sind generell verboten.

Ausnahme: Versammlungen nach dem Versammlungsgesetz sowie Veranstaltungen und Versammlungen, die der Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung oder der Daseinsfür- und -vorsorge (insbesondere politische Veranstaltungen von Parteien sowie Blutspendetermine) dienen.

Private Feiern

Laut der aktuellen Corona-Schutzverordnung dürfen private Feiern aus einem herausragenden Anlass (Hochzeit, Jubiläum, runder Geburtstag) außerhalb von Wohnungen mit bis zu 25 Personen stattfinden. Auch Feiern, die über die Vertrauensschutzregelung noch bis zu 150 Personen erlaubt gewesen wären, dürfen nun nur noch mit maximal 50 Personen stattfinden. Steigt der Inzidenzwert auf 50, sind nur noch 25 Personen erlaubt.

Private Treffen im öffentlichen Raum

Derzeit dürfen sich bis zu zehn Personen oder Personen aus maximal zwei häuslichen Gemeinschaften im öffentlichen Raum treffen. Steigt der Inzidenzwert auf 50, sind nur noch Treffen mit bis zu fünf Personen oder Personen aus maximal zwei häuslichen Gemeinschaften erlaubt.

Maskenpflicht in öffentlichen Außenbereichen

Darüber hinaus können die Städte und Gemeinden bei Bedarf zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen treffen. Die neue NRW-Verordnung sieht unter anderem vor, dass das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes auch in Außenbereichen verpflichtend ist, in denen der Mindestabstand von 1,5 Metern nicht eingehalten werden kann - also beispielsweise in Fußgängerzonen.

Nach Ansicht der Stadt Lüdenscheid lässt sich für öffentliche Bereiche im Freien derzeit jedoch kein besonderes Infektionsgeschehen erkennen. Aus diesem Grund verzichtet die Verwaltung darauf, für Fußgängerzonen eine Maskenpflicht auszusprechen. Allerdings weist die Stadt darauf hin, dass Mund und Nase auf dem gesamten Gelände des Wochenmarktes ab sofort wieder bedeckt werden müssen. Das schreibt die Corona-Schutzverordnung für NRW ausdrücklich vor - unabhängig vom Inzidenzwert.

Zunächst Verzicht auf Sperrstunden in Lüdenscheid

Darüber hinaus wird in Lüdenscheid vorerst keine Sperrstunde für Kneipen und Restaurants eingeführt. Ab einer Sieben-Tages-Inzidenz von 35 dürfen die Kommunen selbst darüber entscheiden. Steigt der Wert auf 50, müssen Gastro-Betriebe zwischen 23 und 6 Uhr schließen und dürfen in dieser Zeit auch keine alkoholischen Getränke mehr verkaufen.

Wie lange gilt die Regelung?

Eine Gefährdungsstufe kann erst aufgehoben werden, wenn die jeweiligen Grenzwerte der Sieben-Tages-Inzidenz an sieben aufeinanderfolgenden Tagen unterschritten wurden.

Lüdenscheid, 19.10.2020