Online-Übersicht über Barrierefreiheit

"Inklusiver Stadtführer" für Lüdenscheid entsteht

Das Messteam der Stadtverwaltung Lüdenscheid sammelt demnächst erste Daten für den "Inklusiven Stadtführer". Foto: Sven Prillwitz
Das Messteam der Stadtverwaltung Lüdenscheid sammelt demnächst erste Daten für den "Inklusiven Stadtführer". Foto: Sven Prillwitz

Wo ist Lüdenscheid bereits barrierefrei? An welchen Stellen im Stadtgebiet brauchen Menschen mit Behinderung Hilfe? Und wo gibt es Nachhol- und Verbesserungsbedarf? Antworten auf diese Fragen soll künftig der "Inklusive Stadtführer" liefern. Dabei handelt es sich um ein Online-Portal, das die Stadt Lüdenscheid gemeinsam mit mehreren Akteuren aufbaut. In der Sitzung der Interessenvertretung für Menschen mit Behinderung ist das Projekt jetzt vorgestellt worden.

Der inklusive Online-Stadtführer richtet sich in erster Linie an Menschen mit körperlichen, geistigen und Sehbehinderungen. Aber auch für Senioren oder Menschen, die mit einem Kinderwagen unterwegs sind, könne die Homepage eine wichtige Hilfe sein, sagte Alexander Fenzl von der Lebenshilfe Lüdenscheid. Er betonte, dass es sich bei dem Projekt "um einen langfristigen Prozess" handle.

Die ersten Schritte sind inzwischen gemacht. Die Stadt Lüdenscheid hat vier Personen eingestellt, die demnächst öffentlich zugängliche Gebäude und Plätze vermessen sollen. Wichtige Faktoren dabei sind unter anderem die Breite von Eingängen, die Höhe von Türschwellen und das Vorhandensein von Türen, die sich automatisch oder per Knopfdruck öffnen lassen. Diese Daten erfassen die Messkräfte elektronisch und versehen sie zudem mit Fotos der entsprechenden Stellen.

Arbeitsgruppe prüft Ergebnisse

Anschließend soll eine Arbeitsgruppe, bestehend aus Mitgliedern der Stadtverwaltung, von Behindertenverbänden und -vertretungen (?) sowie der Zivilgesellschaft, die Ergebnisse prüfen. Bei Bedarf werden Korrekturen vorgenommen. Ziel des Ganzen: ein Online-Verzeichnis, das Nutzern so detailliert wie möglich Informationen über Barrierefreiheit im gesamtem Stadtgebiet liefert. Und: Wo Nachholbedarf besteht, sollen Hindernisse idealerweise beseitigt werden.

Die vier Messkräfte sind in den vergangenen Monaten für ihre Arbeit geschult worden. Demnächst nehmen sie zudem an einem Fotografie-Kurs teil, um hinterher aussagekräftige Fotos liefern zu können. Die ersten Messungen "im Echtbetrieb" sollen dann voraussichtlich ab Mitte Oktober vorgenommen werden, sagte Petra Noack, Leiterin des Fachdienstes Rat und Bürgermeister. Zunächst sollen das Rathaus mitsamt des näheren Umfelds und städtische Gebäude vermessen werden. Weiter geht es dann mit dem umfangreichen Bereich Gesundheit.

Hoffnung auf viel Feedback und weitere Unterstützung

"Wir hoffen auf möglichst viel Rücklauf und damit auf möglichst viele Erkenntnisse", sagte Noack. Daher hofft Monika Schwanz, ehrenamtliche Behindertenbeauftragte der Stadt Lüdenscheid, darauf, die Arbeitsgruppe für die Auswertung der Messergebnisse möglichst schnell vergrößern zu können: "Je mehr Leute hier mitmachen, desto schneller können wir die Daten überprüfen und in Form einer Homepage zugänglich machen." Und desto schneller könne der "Inklusive Stadtführer" dann eine wertvolle Unterstützung für Menschen mit Behinderung sein, ergänzte Noack.

Lüdenscheid, 01.10.2020