Ortstermin zum Umbau von Bushaltestellen

Die Teilnehmer des Fußverkehrs-Checks haben sich an der Sauerfelder Straße im Kreis aufgestellt und diskutieren die Situation vor Ort.
Die Sauerfelder Straße und die umliegenden Bushaltestellen sorgten für Diskussionsstoff. Bild: Merle Stickdorn.

Das Zu-Fuß-Gehen in Lüdenscheid soll attraktiver werden. Um diesem Ziel näher zu kommen, nimmt die Stadt Lüdenscheid in diesem Jahr am "Fußverkehrs-Check" teil, der vom Zukunftsnetz Mobilität NRW unterstützt wird. Am Dienstag, 22. September, fanden im Rahmen der Europäischen Mobilitätswoche - als Herzstück des Projekts - zwei Begehungen im erweiterten Innenstadtbereich statt. Interessierte Bürger hatten dabei die Möglichkeit, auf Probleme hinzuweisen und Verbesserungsvorschläge einzubringen.

Morgens begann die erste, kürzere Begehung. Die Route erstreckte sich über 1,2 Kilometer und führte die Gruppe vom Sternplatz über den Brighouse Park, die Paulinenstraße und den Kulturhausgarten bis zum Rosengarten. Auf Wunsch der Teilnehmer wurde auch die Fußverbindung zwischen Sternplatz und Sauerlandcenter unter die Lupe genommen. Die zweite Begehung folgte nachmittags. Die etwa zwei Kilometer lange Strecke führte weiter nach Osten und schloss zusätzlich die Staberger Straße, Mittelstraße, das Loher Wäldchen und die Hochstraße mit ein.

Zu Beginn der Begehungen traf sich die Gruppe zunächst auf dem Sternplatz, wo Andrea Fromberg und Jörg Thiemann-Linden vom Verkehrsbüro VIA den Ablauf erklärten. Unter den Teilnehmern waren unter anderem Bürgermeisterkandidat Sebastian Wagemeyer, die ehrenamtliche Behindertenbeauftrage der Stadt, Monika Schwanz, SPD-Kreistagsabgeordneter Dobbin Weiß, Vertreter aus der Stadtverwaltung und interessierte Bürgerinnen und Bürger verschiedenen Alters.

Andrea Fromberg vom Planungsbüro VIA hält einen Plan mit der geplanten Route und erklärt den Teilnehmern die Strecke.
Andrea Fromberg vom Planungsbüro VIA erklärt die geplante Route. Foto: Merle Stickdorn

Zwischendurch machte die Gruppe an festgelegten Stationen Halt, um sich über die Situation vor Ort auszutauschen. Probleme, die immer wieder auffielen: zu wenige Sitzgelegenheiten, zu kurze Grünphasen für Fußgänger, unebene, schräge oder zu schmale Gehwege, zu wenig Beleuchtung und umständliche Wegführungen.

"Fußgänger suchen sich immer den kürzesten Weg", weiß Jörg Thiemann-Linden. "Wenn die für Fußgänger vorgesehenen Wege einen Umweg darstellen, kann das unter Umständen gefährlich werden." Beispielsweise am Sauerfeld überqueren immer wieder Fußgänger die viel befahrene Straße statt die Unterführung zu nutzten - und das trotz Zaun in der Mitte zwischen den Fahrbahnen.

Handlungsbedarf besteht laut Monika Schwanz auch in der an einigen Stellen mangelnden Barrierefreiheit. "Die digitalen Anzeigen an den Bushaltestellen sind sehr schwer zu lesen", bemerkte die ehrenamtliche Behindertenbeauftragte der Stadt. "Akustische Fahrgastinformationen wären hier wichtig." Auch unebene, rutschige oder schräge Gehwege machten das zu Fuß gehen für Menschen mit Behinderung und ältere Bürger schwierig.

In einem Abschluss-Workshop am Donnerstag, 12. November (Beginn: 17 Uhr), im Kulturhaus werden die Ergebnisse aus den Begehungen zusammengetragen, um dann gemeinsam Lösungsansätze zu entwickeln.

Lüdenscheid, 24.09.2020