Langwierig, schwierig - und lohnenswert

Stadt Lüdenscheid erneuert Straßenbeleuchtung

Neue Straßenbeleuchtung an der Sauerfelder Straße
An vielen Straßen in Lüdenscheid finden sich inzwischen energiesparende Leuchtmittel. Foto: start.design

In Lüdenscheid gibt es rund 10.000 Straßenlaternen. Etwa 6500 davon hat die Stadtverwaltung in den vergangenen zehn Jahren mit neuen Leuchtmitteln ausgestattet. Die sorgen nicht nur für deutlich besseres Licht, sondern verbrauchen auch wesentlich weniger Energie als ihre Vorgänger. Bei der Umrüstung handelt es sich allerdings um ein kompliziertes Unterfangen – und ein kostspieliges.

Mehr als zehn Millionen Euro hat die Stadt bislang in die Erneuerung und Sanierung der Straßenbeleuchtung investiert. Davon stammen 650.000 Euro aus Fördergeldern. Die Umrüstung wurde nötig, weil das Europäische Parlament ein Verbot für die Herstellung und den Verkauf von Glühlampen (seit September 2009) und von Quecksilberdampflampen (seit April 2015) beschloss. Quecksilberdampflampen und andere im Vergleich zu heute ineffiziente Leuchtmittel hätten 2010 in Lüdenscheid noch mehr als 70 Prozent der Straßenbeleuchtung ausgemacht, erklärt Yvonne Hayer vom Straßenreinigungs-, Transport- und Baubetrieb Lüdenscheid (STL).

Inzwischen sind rund 4000 Straßenlaternen mit LED-Leuchten ausgerüstet worden und etwa 2500 weitere moderne und stromsparende Leuchtmittel. Das bedeutet für die Stadt Lüdenscheid jährlich einen um 30 Prozent niedrigeren Stromverbrauch für die Straßenbeleuchtung, sagt Hayer. Gleichzeitig verringere sich der Kohlenstoffdioxid-Ausstoß pro Jahr um mehr als 850 Tonnen. Das entspreche der CO2-Menge, die 150.000 Autos ausstoßen, wenn sie einmal von Lüdenscheid nach Hagen fahren.

Neue Straßenbeleuchtung in einem Lüdenscheider Wohngebiet
Für Wohngebiete eignet sich ein Licht, in dem Gesichter und Kontraste gut zu erkennen sind. Foto: start.design

Beim Austausch der Leuchtmittel setzt die Stadt Lüdenscheid auf ein zweiteiliges Konzept: Gewerbegebiete werden mit einem gelblichen Licht beleuchtet, Wohn- und Verkehrsstraßen hingegen mit einem warm-weißen. Der Grund: „In warm-weißem Licht sind Kontraste und Gesichter besser zu erkennen. Das soll das Sicherheitsgefühl im Straßenverkehr und für Fußgänger und Anwohner verbessern“, so Hayer. Die neue Beleuchtung sei für Menschen zunächst ungewohnt; die Umgewöhnung nehme individuell unterschiedlich viel Zeit in Anspruch.

Das gilt laut Hayer auch für die sogenannten „Village-Leuchten“, von denen im Stadtgebiet insgesamt 750 Stück zu finden sind. 215 davon sind inzwischen von Natriumdampf- auf Halogenmetall-dampf-Leuchtmittel umgerüstet worden – und damit ebenfalls von gelblichem auf weißes Licht. Weil dadurch pro Laterne nur noch ein Leuchtmittel benötigt wird, spart die Stadt bei jeder Erneuerung 50 Prozent Energie. Das Problem: Das sehr helle weiße Licht muss durch Milchglas gedämpft werden, um nicht zu blenden – und langfristig wird es diese Leuchtmittel auch nicht geben.

Foto: start.design

Bleibt also nur die Umstellung auf LED – so wie für die übrigen Straßenlaternen, die noch umgerüstet werden müssen. Wie das in den nächsten Jahren vonstattengehen soll? „Wir tauschen jetzt nach und nach die ältesten, also mindestens 40 Jahre alten, Leuchten aus“, erklärt Yvonne Hayer.

Und dann sind da auch noch die laufenden Kosten für die Instandhaltung und den Betrieb der Straßenbeleuchtung. „Wir können immer nur einen kleinen Teil erneuern“, sagt Hayer. Die Umrüstung auf moderne Beleuchtung wird also noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Langfristig soll sich das für die Stadt aber auszahlen. Denn eine LED-Leuchte bringt nicht nur besseres Licht, sondern hat eine durchschnittliche Lebenszeit von rund zwölf Jahren. Das sind zehn Jahre mehr als bei anderen Leuchtmitteln.