Letzte Führung durch Galerie-Ausstellung "Neues Sehen - Neue Sachlichkeit"

Ein Werk aus der Ausstellung von Ruth Hallensleben
Ruth Hallensleben, Bergische Achsenfabrik, Stapel Lenkachs-schenkel, 1951, Historische Archiv der BPV Bergische Achsen KG © BPW Bergische Achsen KG

Am Sonntag, 12. Juli, findet die letzte Führung durch die aktuelle Ausstellung "Neues Sehen - Neue Sachlichkeit" in der Galerie statt. Ab 15 Uhr widmet sich Dr. Susanne Conzen in einem begleiteten Rundgang ausgewählten Werkbeispielen, um die Entwicklung des besonderen fotografischen Blicks vom Bauhaus bis in die Gegenwart zu verdeutlichen. Am 12. Juli endet die LWL-Ausstellung, die Mitte Mai eröffnet wurde.

Das Museum bittet um telefonische Voranmeldung unter der Nummer 02351 / 17 14 96, um bei größerem Interesse einen zweiten Rundgang um 16 Uhr anbieten zu können. Zu Beginn der Führungen werden die Kontaktdaten der Teilnehmer aufgenommen und temporär gespeichert, um die Nachverfolgung von möglichen Infektionsketten zu gewährleisten. Das Museum erhebt einen Kostenbeitrag von zwei Euro pro Person.

Hintergründe zur Ausstellung

Mit 54 fotografischen Arbeiten gibt die Ausstellung einen repräsentativen Überblick zur Entwicklung der Fotografie vom frühen 20. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Bauhaus und Neue Sachlichkeit haben die Grundlagen einer Moderne in Deutschland von 1919 bis 1933 gelegt. Die Fotografie als eigene künstlerische Ausdrucksform stand dabei zunächst nicht im Fokus. Dennoch entwickelte sich mit der Methode Bauhaus ein eigener, neuer fotografischer Blick, der bis heute Impulse setzt. Ruth Hallensleben beispielsweise nutzt 1951 die metallisch-glänzende Oberfläche kunstvoll gestapelter Lenkachsschenkel für ein Foto, dessen Ästhetik bis heute die Produktfotografie beeinflusst.

Es waren international bedeutende Fotografen, wie Albert Renger-Patzsch und Otto Steinert, die die Architektur und Landschaft Westfalens für die klassische Moderne entdeckten. Nach dem Zweiten Weltkrieg nahmen fotokünstlerische Strömungen wie "subjektive fotografie", aber auch eindrucksvolle Einzelpositionen das avantgardistische Erbe des Bauhauses und der Neuen Sachlichkeit wieder auf. Auch die jüngere Fotogeschichte offenbart zahlreiche Berührungspunkte zur Ästhetik und Programmatik der vormaligen Stilentwicklungen. Dies kennzeichnete beispielsweise die Studienklassen von Bernd und Hilla Becher an der Kunstakademie Düsseldorf.

Zur Ausstellung ist ein Katalog erschienen, der in den Museen der Stadt zum Preis von 14,90 Euro erhältlich ist.

Lüdenscheid, 08.07.2020