Neuer Chef-Stadtplaner voller Tatendrang

Robert Wild will Strukturwandel in Lüdenscheid gestalten

Robert Wild
Freuen sich darauf, den Strukturwandel für Lüdenscheid gemeinsam voranzubringen und umzusetzen: Robert Wild (links), neuer Fachdienstleiter Stadtplanung und Geoinformation, und Martin Bärwolf, Fachbereichsleiter Planen und Bauen. Foto: Sven Prillwitz

Die Umgestaltung und Weiterentwicklung der Innenstadt ist für die nächsten Jahre eines der bedeutendsten Themen für die Stadt Lüdenscheid – und eine gewaltige Herausforderung. Der stellt sich Robert Wild als neuer Leiter des Fachdienstes Stadtplanung und Geoinformation. Seine Strategie dafür: Kreativität, Weitblick, Teamwork und jede Menge, auch internationale Erfahrung in der Umsetzung von Bauprojekten.

Am 1. Mai hat Wild seinen Dienst bei der Stadt Lüdenscheid begonnen – und damit die Lücke geschlossen, die sein Vorgänger Christian Vöcks durch seinen Weggang im Herbst 2019 hinterlassen hatte. Noch steckt der neue Stadtplaner also in der Eingewöhnungsphase, brennt aber vor Tatendrang. „Ich habe ein breites Spektrum an Ideen“, sagt der 39-Jährige. Er will den Strukturwandel, in dem sich Lüdenscheid befindet, aktiv gestalten und voranbringen, Verantwortung übernehmen. Aus diesem Grund habe er sich auf die Stelle in Lüdenscheid beworben.

Vor allem die anstehende Umgestaltung der Innenstadt und der Altstadt seien „ein starker Anreiz“ für ihn, sagt der gebürtige Leverkusener, der in Remscheid wohnt. Wild spricht von einem Prozess, einer „Team-Sache“, bei der es auf die Entwicklung und Umsetzung vielfältiger zukunftsfähiger Ideen ankomme. Und „auf ein hohes Maß an Erfahrung“.

Über Australien und Bayern nach Remscheid

Die kann der Diplom-Architekt vorweisen. Nach Abschluss seines Studiums an der Universität Aachen im Jahre 2008 arbeitete er zunächst für diverse Architekturbüros in Brisbane (Australien) und München. Dabei stellte er fest, „dass man irgendwann an gewisse Grenzen stößt“. Also absolvierte er das Baureferendariat in München, um sich in die Themen Baurecht und Bauplanung zu vertiefen. Das sei „wie ein Trainee-Programm in der freien Wirtschaft und für Führungskräfte“ gewesen, so der 39-Jährige. Nach der Ausbildung im Bereich Städtebau leitete Wild diverse Hochbau-Projekte im Allgäu und begleitete Kommunen bei der Vergabe von Fördermitteln für den Städtebau.

Dann zog es ihn zurück in die Heimat. Ab Oktober 2018 arbeitete Wild für die Stadt Remscheid im Fachdienst Stadtentwicklung und Rahmenplanung. Hier war er für die Entwicklung der Innenstadt zuständig und insbesondere für die Umgestaltung des Friedrich-Ebert-Platzes, auf dem sich der zentrale Omnibusbahnhof (ZOB) befindet. Wild begleitete den „politischen Durchlauf des Projekts bis zum Durchsetzungsbeschluss“, ehe er nach Lüdenscheid wechselte. Um eine „passende Gelegenheit“ wahrzunehmen.

Martin Bärwolf: "in die Zukunft denken"

Martin Bärwolf, Fachbereichsleiter Planen und Bauen und damit Wilds Vorgesetzter, spricht von einer „sehr guten Besetzung“ für die Stelle des Chef-Stadtplaners. Für Lüdenscheid gehe es darum, sowohl ein „produzierender Standort“ als auch ein „Bildungsstandort“ zu sein und „in die Zukunft zu denken“.  Das sei beispielsweise bei der Umgestaltung des Bahnhofs-Umfelds gelungen, wo mit der „Phänomenta“, der Denkfabrik und dem Standort der Fachhochschule Südwestfalen ein Bildungs- und Wissensquartier entstanden sei.

Jetzt komme es auch darauf an, die Stadt auch in Sachen Digitalisierung weiter nach vorne zu bringen. Und natürlich die City und die Altstadt weiterzuentwickeln, etwas „für Händler und Gastronomen und für den öffentlichen Raum“ zu tun. Das seien „dicke Bretter, die gebohrt werden müssen“, so Bärwolf. Diese Herausforderung hat Robert Wild gesucht und angenommen.

Weitere Neubesetzungen

  • Hede Edelhoff übernimmt zum 1. August die derzeit vakante Stelle der Fachdienstleitung Bauordnung und folgt damit auf Georg Thomys.
  • Seit kurzem arbeiten bereits zwei neue Mitarbeiter im Fachdienst Bauordnung.
  • Martin Bärwolf, Fachbereichsleiter Planen und Bauen, zeigt sich erleichtert, denn „im Baubereich waren wir ein paar Monate lang notorisch unterbesetzt“. Anträge sollen wieder schneller und in einem größeren Umfang als zuletzt abgearbeitet werden können.

Lüdenscheid, 15. Mai 2020