Erste Ausstellung in der Städtischen Galerie nach der Wiedereröffnung

Fotografie in Westfalen vom Bauhaus bis heute

Fördermaschine auf Zollverein
Dieter Blase (*1953 Bremen): Zollverein Südliches Fördermaschinenhaus Schacht XII - halbautomatische Fördermaschine - Treibscheibe, 1986, aus dem Besitz des Künstlers, © Dieter Blase

Seit Dienstag ist wieder Bewegung in den Wechselausstellungsräumen der Städtischen Galerie. Nach dem teilweisen Abbau der Paul-Wieghardt-Ausstellung sind ab Samstag, 16. Mai, Motive international bedeutender Fotografen des Bauhauses und der Neuen Sachlichkeit zu sehen. Die Wanderausstellung des LWL-Museumsamtes für Westfalen in Kooperation mit dem Fotografen Dieter Blase öffnet nach Corona-Pause in Lüdenscheid und läuft bis zum 12. Juli. Der Eintritt ist frei.

Fotografien aus drei Zeitabschnitten zeigen, wie die klassische Moderne Impulse aus Westfalen erhielt. Es waren international bedeutende Fotografen, wie Albert Renger-Patzsch und Otto Steinert, die Architektur und Landschaft Westfalens für die klassische Moderne entdeckten. Die insgesamt 54 ausgestellten Arbeiten zeigen, dass sich die westfälischen Fotografen im künstlerischen Spannungsfeld von Dokumentation und Abstraktion bewegten.

Nach dem Zweiten Weltkrieg nahmen fotokünstlerische Strömungen wie "subjektive fotografie", aber auch eindrucksvolle Einzelpositionen das avantgardistische Erbe des Bauhauses und der Neuen Sachlichkeit wieder auf. Auch die jüngere Fotogeschichte offenbart zahlreiche Berührungspunkte zur Ästhetik und Programmatik der vormaligen Stilentwicklungen. Dies zeigt sich beispielsweise in den Studienklassen von Bernd und Hilla Becher an der Kunstakademie Düsseldorf.

"Mit der Ausstellung wollen wir den Blick dieser Fotografen doku-mentieren: Wie nahmen sie die Umwelt wahr?", sagt LWL-Kulturdezernentin Dr. Barbara Rüschoff-Parzinger, "Schwerpunkte sind das Bauhaus und die Neue Sachlichkeit und die Folgen. Die Ausstellung soll das Verständnis für zeitgenössische Kunst und insbesondere für Stile und Themen zeitgenössischer Fotografie in Westfalen stärken."

Ein Katalog vertieft die Themenbereiche und zeigt die einzelnen Werke der Ausstellung. Er umfasst 140 Seiten mit zahlreichen Abbildungen und kann in den Museen der Stadt oder beim LWL-Museumsamt für 14,90 Euro erworben werden.

Öffentliche Führungen oder geplante museumspädagogische Sonderveranstaltungen können aufgrund der aktuellen Situation leider noch nicht angeboten werden.

Lüdenscheid, 12. Mai 2020

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