Bergstadt-Gymnasium: Sanierung vor dem Abschluss

In Brandschutz und Digitalisierung "auf dem neuesten Stand"

Blick in einen Flur, der noch auf den Einbau der neuen Deckenplatten wartet. Fotos: Sven Prillwitz

Die Bauarbeiten im Bergstadt-Gymnasium Lüdenscheid (BGL) nähern sich dem Ende: In den nächsten Wochen sollen die aufwendigen Sanierungsmaßnahmen abgeschlossen werden, die die Umsetzung des Brandschutzkonzeptes erforderlich gemacht hat. Auch in Sachen Digitalisierung ist die Schule jetzt für die Zukunft gerüstet.

In den Fluren von Block 4 sind die neuen Deckenverkleidungen bereits überall angebracht: hellgraue Akustikdecken aus Mineralfaser. Die sind im Gegensatz zu den vorher verbauten Decken, die überwiegend aus Holz bestanden, nicht brennbar. Die neue Verkleidung wertet die Flure zusammen mit der neuen LED-Beleuchtung und den ebenfalls neuen Lautsprechern der Lautsprecheranlage auch optisch auf. „Hier ist alles sehr viel heller geworden und sieht moderner aus“, sagt Falk Dietrich von der Zentralen Gebäudewirtschaft (ZGW) der Stadt Lüdenscheid.

So wie in Block 4 sollen schon bald alle Flure im Bergstadt-Gymnasium aussehen. In den nächsten Tagen sollen die neuen Deckenverkleidungen für die Flure in den vier übrigen Gebäudetrakten der Schule geliefert werden. Was nach viel Arbeit klingt, soll Dietrich zufolge rasch erledigt sein, denn: „Die Platten kommen bereits fertig zugeschnitten hier an. Die Montage geht dann schnell.“ Das gelte auch für die Installation der neuen Lautsprecher und Sicherheitsbeleuchtung, die zusammen mit den Platten verbaut werden, so der Architekt.

So sollen bald alle Flure im Bergstadt-Gymnasium aussehen.

Die neue Deckenverkleidung ist ein zentraler Bestandteil des neuen Brandschutzkonzepts für die Flucht- und Rettungswege. Ein anderer sind rauchdichte Brandschutztüren aus Aluminium und Brandschutzverglasung, die in jeder Etage die Treppenhäuser und Flure abtrennen. Zudem führt der Rettungsweg aus jedem der fünf Gebäudeblöcke nicht mehr durch die Pausenhalle. Und: Die Brandschutztüren sind selbstschließend. Dadurch soll im Notfall verhindert werden, dass Rauch und Feuer sich auf weitere Gebäudeteile ausbreiten.

In den Treppenhäusern der einzelnen Trakte jedem Block wurde zudem über sämtliche Etagen eine feuerfeste Wand eingezogen, die das Treppenhaus jetzt in zwei gleich große Hälften teilt. Auch damit soll die Gefahr im Brandfall eingedämmt werden. Außerdem verfügt jeder der fünf Blöcke nunmehr über zwei separat getrennte Rettungswege mit Notausgängen, die direkt ins Freie führen.

Umsetzung des Brandschutzkonzepts kostet rund 1,25 Millionen Euro

Insgesamt belaufen sich die Kosten zur Umsetzung des neuen Brandschutzkonzepts auf rund 1,25 Millionen Euro. Weitere 75.000 Euro hat die Stadt in die digitale Infrastruktur investiert: Weil ohnehin alle Flurdecken geöffnet und erneuert werden mussten, wurde kurzerhand das gesamte Schulgebäude neu verkabelt. Fast 6,3 Kilometer Datenkabel wurden – neben der notwendigen Elektroverkabelung – in den Decken verlegt, die in jeden einzelnen Klassenraum führen – und hier jeweils in zwei sogenannten Duplex-Dosen enden.

Rauchdichte Brandschutztüren aus Aluminium und Brandschutzverglasung trennen in jeder Etage Treppenhäuser und Flure.

Darüber lassen sich Arbeitsgeräte, zum Beispiel Whiteboards und Notebooks, direkt mit dem Netzwerk für Schüler oder dem für Lehrer und Schulverwaltung verbinden. „Wir haben Leitungen für zwei physisch getrennte Netzwerke gelegt“, erklärt Falk Dietrich. Und natürlich sind in jedem Block WLAN-Verstärker angebracht, damit auch die mobilen Geräte jederzeit über schnelles Internet verfügen.

„Die Schule ist in Sachen digitaler Infrastruktur jetzt auf dem neuesten Stand“, sagt Dietrich. Bleibt die weitere Anschaffung digitaler Arbeitsgeräte. Außerdem fehlt noch eine entscheidende Voraussetzung für schnelles Internet am Bergstadt-Gymnasium: Der Breitbandausbau und der nötige Anschluss der Schule an ein Glasfasernetz.

Neben Brandschutz und Digitalisierung hat die Stadt Lüdenscheid auch die energetische Sanierung des Bergstadt-Gymnasiums vorangetrieben. Nach und nach werden alle Fenster ausgetauscht und durch solche ersetzt, die energetisch auf dem neuesten Stand sind. Rund 700.000 Euro gibt die Stadt für die neuen Fenster und deren Einbau aus. Die energetische Sanierung wird vom Land NRW mit Fördermitteln aus dem Konjunkturpaket III gefördert.

Bergstadt-Gymnasium "richtig gut vorangebracht"

„Wir haben die Schule richtig gut vorangebracht“, sagt der ZGW-Architekt. Aktuell sehen einzelne Bereiche im BGL noch wie Baustellen aus, weil Handwerker gerade noch Wände und Löcher verputzen, Kabel ziehen, Dämmmaterial verbauen und in Kürze die neuen Deckenplatten anbringen.

Weil der Schulbetrieb wegen der Corona-Pandemie seit Mitte März ruht, können die Arbeiten aber ganztägig ausgeführt werden – und nicht erst nachmittags. „So konnten wir richtig Gas geben und sind auch bald fertig“, sagt Dietrich.